„Man sollte zu den Royal Rangern, weil das Abenteuer immer ruft“, das sagt Simon Davidsen, der Stammleiter des Stammes 470 in St. Georgen, wenn er beschreiben soll, warum es toll ist, ein Pfadfinder zu sein. Die Royal Ranger sind christliche Pfadfinder für Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren. Dabei werden die Kinder in Teams und die Altersgruppen Starter, Kundschafter, Pfadfinder und Pfadranger unterteilt.

Simon Davidsen ist 23 Jahre alt und Stammleiter der Royal Ranger in St. Georgen.
Simon Davidsen ist 23 Jahre alt und Stammleiter der Royal Ranger in St. Georgen. | Bild: Lea Spromann

„Während unserer wöchentlichen Teamtreffen wollen wir den Kindern vor allem Knoten und Bünde beibringen, aber auch, wie man ein Lager aufbaut“, erklärt der Stammleiter. Außerdem spielt bei ihnen im Vergleich zu normalen Pfadfindern der Glaubens-Aspekt eine große Rolle. „Es ist uns außerdem wichtig, in die Erlebnis- und Naturpädagogik die Botschaft von Jesus mit einfließen zu lassen“, sagt Simon Davidsen.

Derzeit kann der Stamm in St. Georgen rund 38 Mitglieder aufweisen. Davon sind insgesamt acht Leiter, vier Jungleiter und 26 Teamkinder mit an Bord. „Um Jungleiter zu werden, können Kinder und Jugendliche ab 15 Jahren das Juniorleiter-Trainingscamp besuchen. Wer allerdings 18 Jahre alt ist, kann auch die Basisausbildung machen, wo man die vollständige Leiterausbildung absolviert“, erklärt der 23-Jährige.

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„Ich selbst habe mit 17 Jahren bei den Royal Rangern angefangen. Durch meine Schwester wusste ich, dass es diese Pfadfinder gibt und wollte dann, als sich die Möglichkeit ergab, unbedingt auch dorthin“, erzählt er.

Ihn begeistert an der Arbeit vor allem, das Unterwegs sein in der Natur und die Möglichkeit, viele Freiheiten zu nutzen. „Über diese Arbeit kann man den Kindern und Jugendlichen viel allgemeines Wissen vermitteln, wie Ordnung und Gemeinschaft in Verbindung mit der christlichen Botschaft“, sagt der 23-Jährige.

Außerdem findet er, dass das Abenteuer ruft. „Für die Kinder ist glaube ich außerdem vor allem toll, dass sie dort sie selbst sein können. Bei uns gibt es sogar drei autistische Kinder, denen man das während der Teamstunden gar nicht anmerkt“, sagt er. Zusätzlich können die Kids sich in der Natur einfach mal unter Aufsicht richtig austoben, indem sie zum Beispiel auf Bäume klettern oder über die Wiese rennen.

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Was viele der Teilnehmer aber vor allem begeistert, ist das Highlight des Jahres bei den Rangern. „Immer in der ersten Sommerferienwoche gehen wir mit den Kindern raus und bauen ein Lager auf, hier bekommt jedes Team seinen eigenen Bereich zugeteilt mit Feuerstelle, Zelt und Tisch“, sagt er. Vor Ort gibt es dann meist gemeinsame Aktionen, wie Geländespiele oder morgendliche Treffen, wo die Kinder einen geistlichen Input bekommen und Musik gemacht wird. „Die meiste Zeit sollen die Kinder allerdings in ihren Teams verbringen“, sagt Simon Davidsen. Für diese Camps tun sich meist mehrere Stämme zusammen, um Gemeinschaft zu leben. „In größeren Abständen gibt es sogar bundes- oder europaweite Camps, um auch alle anderen Royal Ranger kennenlernen zu können“, erklärt er. Diese Camps werden dann sehr riesig; in Deutschland gibt es nämlich alleine schon 21 229 Mitgliedern. Weltweit sind es derzeit 2,5 Millionen.

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Derzeit erfährt der St. Georgener Stamm 470 auch einen Zuwachs, wie Simon Davidsen berichtet. „Zur Zeit werden es mehr Teilnehmer und man merkt, wie auch die Motivation steigt“, sagt er. Bisher hat der Stamm eher weniger eine bewusste Nachwuchssuche initiiert. „Derzeit sind Sachen in Planung, um noch mehr Leute für unsere Arbeit zu begeistern, aber etwas Konkretes steht noch nicht fest“, sagt der Stammleiter. Bisher hatten die Royal Ranger allerdings mal einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt übernommen, um im kleinen Rahmen Werbung zu machen.