Dass die Skilangläufer in und um St. Georgen praktisch jederzeit perfekt gespurte und gepflegte Loipen vorfinden, haben sie seit vielen Jahren Helmut Wachtelborn zu verdanken. Er ist selbst begeisterter Skilangläufer und ein echter Experte, wie man die Loipen auch bei geringer Schneedicke optimal präpariert. Mit seinem Fachwissen und der technischen Unterstützung von Wilfried Flumm aus Oberkirnach werden die Loipentrassen fast täglich nachgespurt.

Video: Roland Sprich

Dass die Loipen um St. Georgen in diesem Jahr auch bei verhältnismäßig dünner Schneedecke gespurt werden können, ist dem mit Gummiketten ausgestatteten Spurgerät zu verdanken. „Dies ermöglicht es uns, schnell zu reagieren und bereits bei geringeren Schneehöhen zu spuren“, erklärt Wachtelborn. Die Gummiketten haben zudem den Vorteil, dass dadurch verhindert wird, dass am Ende der Kette bei geringer Schneedicke Dreck mit hochgezogen wird und auf die Loipe gelangt.

Video: Sprich, Roland

Bereits ab 6 Uhr morgens, manchmal auch früher, ist Wilfried Flumm unterwegs, um die Loipen zu spuren. Routiniert steuert er den Pistenbully mit dem Spurgerät durch den Wald. Das Wichtigste an einer guten Loipenspur ist für Helmut Wachtelborn der Untergrund. Der muss ausreichend verdichtet sein, damit die Trasse später gut hält. Um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, beobachtet Helmut Wachtelborn den Wetterbericht ganz genau: „Da kann es schon mal vorkommen, dass vor einer Regenphase gespurt wird, wenn danach mit Schneefall zu rechnen ist.“

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Damit der Schnee möglichst überall auf den Loipentrassen ankommt und nicht in den Bäumen hängen bleibt, hat Helmut Wachtelborn praktisch das ganze Jahr über Arbeit. Im Sommer und Herbst begeht er die Loipen und schaut, wo der Wald zu dicht sein könnte oder wo Wasser steht. „Wenn der Wald zu dicht ist, kommt der Schnee nicht unten an. Und wo Wasser auf der Loipentrasse steht, dauert es sehr lange, bis hier der Schnee liegen bleibt.“ So werden lange, bevor die ersten Schneeflocken fallen, die entsprechenden Maßnahmen getroffen und Bäume ausgelichtet oder Wasserstellen mit Kies aufgefüllt. Mit dem Forst klappt die Kooperation ganz gut. „Kritisch wird es manchmal, wenn die Trasse durch Privatwald geht.“ Aber auch hier hat Wachtelborn bislang noch immer eine Lösung gefunden.

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Dass es beim Loipenspuren nützlich sein kann, eine Motorsäge dabei zu haben, zeigt sich, als quer über der zu spurenden Trasse im Hochwald ein dicker Baum liegt. Wilfried Flumm zersägt den Baum und schiebt den Stamm mit der Schaufel seines PS-starken Pistenbullys auf die Seite. Erst dann kann er seine Fahrt fortsetzen und weiter seine Spuren ziehen.

Wilfried Flumm zieht mit seinem Pistenbully die Loipen um St. Georgen. Dank der schmalen Bauweise kann er auch in den schmalen Trassen im Wald fahren.
Wilfried Flumm zieht mit seinem Pistenbully die Loipen um St. Georgen. Dank der schmalen Bauweise kann er auch in den schmalen Trassen im Wald fahren. | Bild: Sprich, Roland

Am späten Vormittag sind die beliebtesten Loipen in St. Georgen gespurt und es dauert nicht lange, bis die ersten Langläufer über die frisch gespurte Loipe fahren. Die bevorzugten Loipen sind übrigens die Stadionrunde (klassisch und skating), Falkenandresenhöhe (klassisch), Skatingloipe Hochwald, LL-Lehrparcours und Skatingrunde Seebauernhöhe sowie die Verbindungsloipe.

Bei Schneebruch müssen Helmut Wachtelborn (vorne) und Pistenbuillyfahrer Wilfried Flumm die Trasse per Hand von heruntergestürzten Ästen befreien, um die Lope für Skilangläufer wieder befahrbar zu machen. Bilder: Roland Sprich
Bei Schneebruch müssen Helmut Wachtelborn (vorne) und Pistenbuillyfahrer Wilfried Flumm die Trasse per Hand von heruntergestürzten Ästen befreien, um die Lope für Skilangläufer wieder befahrbar zu machen. Bilder: Roland Sprich | Bild: Sprich, Roland

„Die Wiesen sind soweit erfasst, dass beim Spuren die nassen Stellen umfahren werden können“, so Wachtelborn. Der richtet noch eine eindringliche Bitte an alle Nicht-Langläufer und Hundebesitzer: „Bitte die gespurten Loipen nicht betreten. Es ist ein Horror für die Langläufer, wenn die Loipe einer Mondlandschaft gleicht.“