Über 600 – so viele Seiten umfasst der Entwurf des St. Georgener Haushaltsplans für das kommende Jahr. Die Finanzen sind zwar solide, die großen Investitionen stehen aber unmittelbar bevor. „Die finanzielle Lage der kommenden Jahre wird ziemlich angespannt sein“, sagte Bürgermeister Rieger in seiner Rede zum Haushalt. 

  • Sanierung der Innenstadt: Die größten finanziellen Hürden stellt die Sanierung der Innenstadt dar. Die Erneuerung von Rotem Löwen, Rathaus und des Markt- und Rathausplatzes wird einen Großteil der Investitionskraft der Stadt auf viele Jahre binden. Im kommenden Jahr sind zwar zunächst nur 680 000 Euro nötig, die größtenteils für Planungsleistungen fällig werden, dann aber in den Folgejahren sind jeweils gut drei Millionen Euro für die Umsetzung nötig. Die Sanierung der Tiefgarage ist hier ausgegliedert, weil sie den Stadtwerken zugerechnet wird.
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  • Sorgenkind Stadtwerke: „Die Stadtwerke sind in den nächsten Jahren unser Sorgenkind“, sagte Kämmerer Stephan Fix in seinen Ausführungen zum Haushaltsplan. Die Stadtwerke, die als städtischer Eigenbetrieb für Wasserversorgung, Stromerzeugung, Tiefgaragen und Breitband verantwortlich sind, bleiben ein Verlustbringer. Zwar verdient die Stadt Geld mit der Wasserversorgung (92 000 Euro Gewinn für 2020 geplant), dem stehen aber Verluste bei den Tiefgaragen und der Breitbandversorgung gegenüber. Gesamt bleibt ein Minus von 157 000 Euro. Durch die große Investition, die bei den Tiefgaragen für die Sanierung ansteht, bleibt die finanzielle Lage angespannt. Ähnliches gilt auch für die Breitbandversorgung. Momentan zahlt die Stadt sehr viel Geld für das Verlegen des Glasfaser-Netzes. Geld bekommt sie nur dann, wenn auch viele Bürger das Netz nutzen. Momentan ist diese Zahl noch überschaubar, was Bürgermeister Michael Rieger immer wieder anmahnt.
  • Schuldenstand: Der Schuldenstand wird sich im Kernhaushalt zum Jahresende 2019 auf knapp 2,5 Millionen Euro belaufen. Das sind pro Einwohner 194 Euro. Damit steht die Bergstadt im Landesdurchschnitt mit Kommunen vergleichbarer Größe derzeit gut da (383 Euro pro Einwohner). Im Jahr 2020 nimmt St. Georgen keine neuen Schulden auf, weswegen der Schuldenstand bis Ende 2020 voraussichtlich sinken wird auf gut 2,1 Millionen Euro. In den Jahren ab 2021 wird die Stadt aber nicht mehr ohne neue Kredite auskommen, die Schulden werden steigen.
  • Straßenbau: Größere Investitionen plant die Stadt in die Erneuerung einiger Straßen. Mit veranschlagten 681 000 Euro ist der Neuausbau des Kühlbrunnenwegs am teuersten. Mit 240 000 Euro und 230 000 Euro sollen die Verbreiterung des August-Springer-Weges und die Deckensanierung in der Industriestraße zu Buche schlagen. Straßensanierungen stellten sich in jüngerer Vergangenheit allerdings als schwierig heraus, weil die Marktlage angespannt ist. Der Kühlbrunnenweg ist ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit, der für eine Sanierung in 2018 mit 840 000 Euro kalkuliert war und später fast das Doppelte kosten sollte, weshalb die Ausschreibung gestoppt wurde. Folglich ungewiss ist auch hier die Situation für 2020.
  • Erwerb Grundstücke: Fast eine Million Euro investiert St. Georgen im kommenden Jahr in den Erwerb von Grundstücken. Darunter fallen Flächen für die Erweiterung des Gewerbegebietes Hagenmoos und der Grunderwerb für zwei Baugebiete in St. Georgen.
  • Kanalnetz: Nach dem sogenannten Generalentwässerungsplan wird auch das Kanalnetz der Stadt umfassend erneuert werden müssen. Im kommenden Jahr kostet das 700 000 Euro. Im Jahr 2018 hatte ein Ingenieurbüro berechnet, dass Investitionen in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro in das Kanalnetz nötig sind.