Die Mitgliederzahl des St. Georgener Handels- und Gewerbevereins (HGV) soll steigen. Das ist eines der Ziele, das Claudius Fichter, neuer Vorsitzender, sich gesteckt hat. Seit gut drei Monaten hat er das Amt nun inne und will an verschiedenen Stellschrauben drehen, um die Vielfalt des Angebots in der Bergstadt stärker hervorzuheben.

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„Wir müssen näher zusammenrücken und die Kommunikation verbessern“, sagt Fichter. Denn St. Georgen sei wesentlich besser aufgestellt, als manche meinen. Eigenständige Geschäfte mit klarem Profil seien charakteristisch für das Einkaufen in der Bergstadt. Durch viele inhabergeführte Läden hebe man sich deutlich von größeren Städten ab, deren Füßgängerzonen mehr und mehr durch eine Vielzahl diverser Filialen von großen Unternehmen geprägt seien.

Industrie mit ins Boot

Der HGV-Vorsitzende möchte in Zukunft auch die St. Georgener Industrie-Unternehmen stärker in den Verein integrieren. Auch die Gastronomie-Betriebe möchte er verstärkt mit ins Boot holen, um das Netzwerk des HGV noch weiter auszubauen. Dass es bei der Stadtverwaltung keinen direkten Ansprechpartner mehr gibt, bedauert Claudius Fichter. Die entsprechende Stelle, die unter anderem das Aufgabengebiet Stadtmarketing umfasste, ist 2018 gestrichen worden.

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Trotzdem will der HGV versuchen, die eigenen Stärken wesentlich deutlicher herauszustellen. „Im Vordergrund steht dabei der persönliche Kontakt“, sagt Fichter. Dass man nah am Kunden sein könne sei auch der Vorteil gegenüber dem Onlinehandels. Intern sollen die Aufgaben neu verteilt werden. Denkbar sei beispielsweise, dass auch der Beirat des Vereins feste Aufgaben bekomme, denn dieser war in die tägliche Arbeit bisher kaum involviert.

Neue Veranstaltungen

Der Veranstaltungskalender der Gewerbetreibenden hat sich in den vergangenen Jahren kaum gewandelt. „Man hat gemerkt, dass das Interesse der Leute an den Veranstaltungen zurückgeht“, sagt Fichter. Als Beispiel nennt er die „Nacht der 1000 Lichter“. Bei den Leuten habe eine Art Ermüdungseffekt eingesetzt. „Ich möchte mit neuen Veranstaltungen Impulse setzen und das Interesse der Leute wecken“, sagt er. Dabei liegt ein Augenmerk vor allem auf den jungen Leuten.

Die umfangreiche Sanierung der Innenstadt, die die Entwicklung St. Georgens in den kommenden Jahren maßgeblich prägen wird, betrachtet der HGV-Verantwortliche indes auch als Chance für den Handel. „Vielleicht reduziert sich nach erfolgter Sanierung auch der Leerstand in der Stadt“, so Fichter. Als eines der Beispiele nennt er dabei die ehemalige Edeka-Filiale am Marktplatz, die nun seit Schließung des Marktes vor gut neun Jahren leer steht. Ob die Sanierungsmaßnahmen selbst auch zu einem Problem für einzelne Händler werden könnten, könne er heute noch nicht beurteilen, sagt Claudius Fichter auf Nachfrage.