Erstmals wird es bei einer Ausstellung der Sammlung Grässlin auch Werke aus einer anderen Sammlung zu sehen geben. „Gastspiel – Werke aus den Sammlungen“ ist deshalb der Titel der Ausstellung. Das Ziel ist es, die Werke aus den beiden Sammlungen der Familien Grässlin und Ursula und Hanns Wiesenauer in einen Dialog treten zu lassen.

Drei Werke von Herbert Brandl aus den 2000er-Jahren, die in der Klosterbergstraße 29 hängen.
Drei Werke von Herbert Brandl aus den 2000er-Jahren, die in der Klosterbergstraße 29 hängen. | Bild: Wolfgang Günzel

Die Werke sind im Kunstraum und den sogenannten Räumen der Kunst, die an vielen Orten der Innenstadt zu sehen sind, ausgestellt. Ein großer Vorteil, den Kunstmuseen in der Regel nicht haben. „Dass die Kunstwerke so weit gestreut sind, ist sehr schön“, sagt Hannah Eckstein, Leiterin der Kunstsammlung Grässlin. Die Reaktionen der Besucher spiegeln das wider. „Es ist etwas Besonderes, wenn man die Werke bei einem Kunstspaziergang an verschiedenen Orten sieht. Es sei etwas anderes, als von einem Museumsraum in den nächsten zu trotten, sagt Hannah Eckstein. Viele Besucher sind dann erstaunt, dass beispielsweise im Sitzungssaal des Rathauses Werke zu sehen sind. „Sie sind überrascht, dass die Stadt das mitmacht“, sagt Hannah Eckstein. Dass sich diese Möglichkeit bietet, müsse man der Stadtverwaltung hoch anrechnen.

Ein Jahr Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für die jetzt anlaufende Ausstellung laufen seit rund einem Jahr. „Das ist immer ein langer Prozess – im Laufe der Vorbereitungen hat sich immer wieder etwas verändert“, so Hannah Eckstein. Es nehme Zeit in Anspruch, bis ein stimmiges Konzept entstanden ist. Auch logistisch sei das Projekt eine Herausforderung gewesen.

Martin Kippenberger ist Dauergast der Grässlin-Ausstellungen. Hier sein Werk "Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald".
Martin Kippenberger ist Dauergast der Grässlin-Ausstellungen. Hier sein Werk "Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald". | Bild: Wolfgang Günzel

Ein Hauptaugenmerk liegt bei der neunten Ausstellung auf Arbeiten von Meuser aus den 1980er- bis 2000er-Jahren. Zudem werden unter anderem Werke von Martin Kippenberger, Werner Büttner, Günther Förg, Georg Herold, Heimo Zobernig sowie Albert und Markus Oehlen zu sehen sein. Man habe sich, so erzählt die Sammlungsleiterin, vor allem auf die gemeinsamen Künstler der beiden Sammlungen konzentriert. Da gebe es viele Überschneidungen, auch, weil in beiden Fällen viele Werke aus den 1980er- und 1990er-Jahren gesammelt werden.

Werke von Albert Oehlen, die in den Räumen für Kunst in der Bahnhofstraße zu sehen sind. Bilder: Wolfgang Günzel
Werke von Albert Oehlen, die in den Räumen für Kunst in der Bahnhofstraße zu sehen sind. Bilder: Wolfgang Günzel | Bild: Wolfgang Günzel

Beziehungen zur Familie Wiesenauer pflege die Familie Grässlin schon länger, so entstand letztlich auch die Idee zu einer gemeinsamen Ausstellung. Für die Ausstellung sollen noch Beschriftungen an den Fenstern der über 20 Räume der Kunst angebracht werden. Dann soll es auch möglich sein, die Kunstwerke bei einem Rundgang durch die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Zu lesen sind dann Erklärungen sowie Hinweise zu den Werken und Künstlern.