Mit einem Kracher verabschiedete sich das Theater im Deutschen Haus in die Sommerpause. Rolf Miller, Meister der unfertigen Sätze und Wortverdreher im besten Sinne, hatte die Ehre, als letzter Künstler auf der alten Theaterbühne zu stehen, die in den kommenden Wochen erneuert wird. Beziehungsweise lässig auf einem Stuhl zu sitzen. So minimalistisch wie seine Requisiten, ein Stuhl, eine Wasserflasche und ein Mikrofon, so minimalistisch ist seine Interaktion auf der Bühne.

Kabarettist Rolf Miller versteht es bei seinem Besuch im Theater im Deutschen Haus, das Publikum mit seinen Halbsätzen zu begeistern.
Kabarettist Rolf Miller versteht es bei seinem Besuch im Theater im Deutschen Haus, das Publikum mit seinen Halbsätzen zu begeistern. | Bild: Roland Sprich

Umso effektiver bringt Rolf Miller seine Pointen genau dorthin, wo es für die Zuschauer nach kurzer Zeit ziemlich wehtut. Mitten ins Zwerchfell. Wenn Miller mit erstem Gesicht und voller Überzeugung erklärt, dass er selbst bei sich daheim ums Eck wohnt und sich als scharfsinnigen Fußballanalytiker gibt, der die deutsche Elf bei der letzten WM mit einem Bein bereits im Finale sah, „und dann haben die auf einen Schlag die ersten drei Spiele verloren“, dann gibt es im voll besetzten Theatersaal kein Halten. Die Zuschauer prusten los. Heftig, aber kurz, um ja nicht die nächste Pointe zu verpassen, die der vielfach ausgezeichnete Kabarettist abfeuert wie aus einem Schnellfeuergewehr.

Miller zieht in St. Georgen alle Register.
Miller zieht in St. Georgen alle Register. | Bild: Roland Sprich

Der satirischen Beobachtungsgabe des Odenwälders bleibt nichts verborgen. Weder liegeradfahrende Zopfträger, noch Frauen, die der ewigen Jugend hinterherrennen und die er wenig schmeichelnd als „glutenfreie Ingwergesichter“ bezeichnet. Kurz wird es mal politisch, etwa wenn er Friedrich Merz als einzige Ratte, die auf das sinkende Schiff zu schwimmt“, bezeichnet. Dann bewegt sich Miller bewegt sich, wie er selbst sagen würde „auf ganz schmalen Spagat“.

Gute Unterhaltung

Meist haben seine Aussagen aber puren Unterhaltungsfaktor. Und genau diese scheinbar unbeholfene Art, sich in seinen selbst gestrickten Phrasen derart zu verheddern wie eine Fliege in einem Spinnennetz, macht ihn zum Publikumsliebling und zu einem der Besten seines Fachs, für den sich das Publikum nach fast zwei Stunden das vor Lachen schmerzende Zwerchfell hält.