St. Georgen – Am heutigen Mittwoch soll die Hitzewelle den bisherigen Höhepunkt dieses Sommers erreichen. Bei Temperaturen um 30 Grad sehnt man sich nach einem schattigen Plätzchen oder Abkühlung im Freibad. Wie aber kommen diejenigen zurecht, die bei der Hitze arbeiten müssen? Und wer hat derzeit die heißesten oder auch die kühlsten Arbeitsplätze? Wir haben uns umgesehen.

Temperaturen um 50 Grad herrschen im kleinen Bagger, den Christoph Deger auf der Baustelle des Hotels Federwerk bedient. "Man fühlt sich wie im Backofen. Und dadurch, dass sich der Bagger so langsam bewegt, kommt auch kein Fahrtwind in die Kabine", sagt der Baggerfahrer. Damit er sich auch bei einem langen Arbeitstag konzentrieren kann, helfen nur viele Pausen. Alle 20 Minuten verlässt er die Kabine, um seinen Kollegen zu helfen und etwas zu trinken. "So fünf Liter Wasser kommen am Tag zusammen", sagt er.

Haben trotz Hitze und schwerer Ausrüstung ein freundliches Lachen. Polizeihauptkommissar Stephan Neugebauer und seine Kollegin, Polizeikommissarin Daniela Achatz, tragen auf Streife die schwere Schutzweste.
Haben trotz Hitze und schwerer Ausrüstung ein freundliches Lachen. Polizeihauptkommissar Stephan Neugebauer und seine Kollegin, Polizeikommissarin Daniela Achatz, tragen auf Streife die schwere Schutzweste. | Bild: Sprich, Roland

Bei der Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren, ist auch für die Polizeibeamten des Polizeireviers St. Georgen nicht leicht. Zur Ausrüstung, die die Beamten während ihres Streifendienstes permanent tragen, gehört eine schwere Schutzweste. "Zusammen mit dem Gürtel, an dem verschiedenes Equipment wie Dienstwaffe und ausziehbarer Einsatzstock befestigt sind, haben wir zusätzliche zehn Kilo, die wir mit uns herumtragen", sagt Polizeihauptkommissar Stephan Neugebauer. Bei einem Einsatz, etwa der Aufnahme eines Verkehrsunfalls in praller Sonne und auf heißem Asphalt, wird das Tragen der Ausrüstung zur Qual. Da muss das Uniformhemd nach Einsatzende schon mal gewechselt werden. Abkühlung gibt es in Form von Mineralwasser, das der Dienstherr gratis zur Verfügung stellt. "Und manchmal spendiert ein Kollege eine Runde Eis", ergänzt seine Kollegin Daniela Achatz.

Zafer Ekincioglu vom Stern-Imbiss hat es ebenfalls besonders heiß bei 46 Grad am Dönergrill.
Zafer Ekincioglu vom Stern-Imbiss hat es ebenfalls besonders heiß bei 46 Grad am Dönergrill. | Bild: Sprich, Roland

"Mindestens 46 Grad" herrschen am Dönergrill beim Stern Imbiss am Bärenplatz. Betreiber Zafer Ekincioglu wischt sich mit einer Papierserviette den Schweiß von der Stirn. "Wir haben nur einen kleinen Ventilator, aber der wirbelt auch nur die heiße Luft herum. Die Hitze ist Gewöhnungssache."

An der Kühltheke bei Lidl lässt es sich gut aushalten. Filialleiter Thomas Frey räumt Kühlware in das vier Grad kalte Regal.
An der Kühltheke bei Lidl lässt es sich gut aushalten. Filialleiter Thomas Frey räumt Kühlware in das vier Grad kalte Regal. | Bild: Sprich, Roland

Neidisch dürften alle Hitzegeplagten auf den Arbeitsplatz von Thomas Frey sein. Er ist Filialleiter des Discounters Lidl. Im Laden herrschen 20 Grad. Richtig frisch wird es direkt vor den Kühltheken. "Die Kühltheken an der Wand haben fünf Grad. Die Tiefkühltheken haben minus 24 Grad", sagt Frey. Deshalb ist das Einräumen der Kühl- und Tiefkühlware in diesen Tagen bei den Mitarbeitern auch besonders begehrt.

Damit die Schokolade im Laden nicht schmilzt, herrschen in der Genusswerkstatt erfrischende 17 Grad.
Damit die Schokolade im Laden nicht schmilzt, herrschen in der Genusswerkstatt erfrischende 17 Grad. | Bild: Sprich, Roland

Auch in der Genusswerkstatt ist es angenehm kühl, damit die Kunstwerke aus Schokolade nicht schmelzen. "Wir haben im Laden 17 Grad, in der Produktion sind es 20 Grad, dank Klimaanlage", sagt Oliver Bittlingmaier. Damit die Schokolade den Transport unbeschadet übersteht, bringen die Kunden für ihre Einkäufe Kühltaschen mit.