Tennenbronn (wm) Ob es nun am Titel der Sonderausstellung im Heimathaus oder am allgemeinen Interesse lag, lässt sich nicht unbedingt ergründen. "Ein Dorf im Aufruhr – die bewegenden Wochen der Eingemeindung" haben Mitglieder der Arbeitsgruppe Heimathaus in Buchform und plakativ an den Wänden dokumentiert.

In der passenden Umgebung der Feierlichkeiten zum zehnjährigen gemeinsamen Unterwegssein, fanden sich 710 überaus interessierte Besucher im Heimathaus ein, um mit dem gehörigen zeitlichen Abstand die bewegenden Wochen um die freiwillige Eingemeindung nochmals in Erinnerung zu rufen. Robert Hermann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Heimathaus Tennenbronn, legte großen Wert auf die Feststellung, dass am Buch beteiligte Mitarbeiter paritätisch, Zustimmer und Ablehner der Eingemeindung, in einmütiger Gemeinschaft über Wochen daran gearbeitet haben, das Buch möglichst neutral, vor allem ohne Wertungen, in der chronologischen Abfolge entstehen zu lassen. Schon beim Eintreten ins Heimathaus sprangen dem Besucher die großflächigen Zeitungsausschnitte ins Blickfeld.

Streng geordnet nach der Abfolge der Geschehnisse, konnten die Besucher in zwei Ausstellungsträumen in Ruhe die damals bewegenden Momente vielfältig aufnehmen. Auf dem großen Bildschirm im Medienraum wurden die Geschehnisse während der Versammlungen, dem Bürgerentscheid und vor allem auch Stimmen von Bürgern, pro oder contra, wiedergegeben. Nicht nur, dass alle Beteiligten zehn Jahre älter geworden sind, viele konnten sich selbst in Aktion erkennen. Reportagen im Originalton, geführt von Martin Himmelheber, damals bei Radio Neckarburg, ließen ebenfalls bewegende Stimmungsbilder entstehen.

Und irgendwann kam ein Fernsehteam des SWR, um in der Abendschau über Tennenbronn und den freiwilligen Zusammenschluss mit Schramberg zu berichten. Im Buch sind Positionsreden der Bürgerinitiativen "Selbständiges Tennenbronn" und vom Forum "Zukunft Tennenbronn" zu lesen. Die Argumente zur Eingemeindung von Elvira Schubert, damalige stellvertretende Bürgermeisterin, finden ebenfalls Erwähnung.