Es ist kein Damoklesschwert, das im Kindergarten Weidenbächle über den Besuchern hängt, aber doch eine Mahnung, wie zäh politische Entscheidungsprozesse manchmal sein können. Weiße Schaummatten kleben dort, mal rund, mal eckig, und dämpfen ziemlich effektiv den Lärm, den Kinder beim Spielen eben so produzieren. Doch es hat fast zehn Jahre gedauert, bis nach der Antragstellung diese vergleichsweise kleine Maßnahme auch tatsächlich umgesetzt war.

Kaum ein Wort Deutsch

Das lange Prozedere um die Lärmdämmung war aber nicht das einzige, was die Freien Wähler bei ihrem Besuch im Weidenbächle zu sehen bekamen. Auch an anderen Stellen drückt Leiterin Martina Obergfell der Schuh, etwa wenn es um die Zukunft der Sprachförderung in ihrer Einrichtung geht. Von den 137 Kinder, die dort betreut werden, hätten derzeit 67 Prozent mindestens einen ausländischen Elternteil.

Davon wiederum würde etwa die Hälfte kaum ein Wort Deutsch sprechen, wenn sie das erste Mal ins Weidenbächle kommen, so Obergfell. Um diese Kinder kümmert sich derzeit eine eigens dafür eingestellte Betreuerin, die durch ein Förderprogramm der Stadt finanziert wird. Dieses läuft jedoch Ende 2020 aus, und die Fortsetzung ist noch ungewiss.

Hausaufgaben für den Gemeinderat

So gab Obergfell den Freien Wählern nicht nur Auskünfte mit auf den Weg, sondern auch die Bitte, sich im Gemeinderat für die Fortführung dieser Förderung einzusetzen: „Die Stadt Villingen unterstützt ihre Sprach-Kitas ebenfalls mit zusätzlichen Mitteln“, fügte sie an.

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Ein anderes Problem dürfte schon bald die Personalsituation werden. Auf dem Papier erfülle man zwar den Mindestpersonalschlüssel, aber tatsächlich seien in diesem Jahr etwa wegen krankheitsbedingten Ausfällen nur an einem einzigen Tag auch alle Betreuerinnen vollzählig gewesen, so Obergfell.

Entlastung könnte demnächst der Waldkindergarten in Oberkirnach bringen. Zwar sind da aktuell erst drei Kinder angemeldet, aber schon im Januar sollen es zehn sein. Für den Weg dorthin überlege man gerade, einen Fahrservice einzurichten, sagte Obergfell.

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