Fotos und Videos: Wiebke Wetschera

An den großen Betonkübeln vor der Post sind die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei gerade mit dem Einsetzen von Geranien, Margeriten und Petunien beschäftigt. Als eine Passantin über den Marktplatz läuft, bleibt ihr Blick an den pink, rosa und gelb leuchtenden Blumen hängen.

Sie bleibt stehen und blickt zu Ruth Bühler, Mitarbeiterin der Stadtgärtnerei. "Machen Sie das wieder so wunderschön?", fragt sie und lächelt. "Ich finde das ganz toll." Noch bevor die Arbeit am Beet beendet ist, erhalten die Gärtner damit das erste Lob des Tages. Das Team besteht aus Sivayohan Sivaneshan, Ruth Bühler und Dominik Jooß.

Sivayohan Sivaneshan (von links), Ruth Bühler und Domnik Jooß machen derzeit die Beete der Stadt für den Sommer fit.

Am Montag haben die drei Gärtner angefangen, die Pflanzen in der Stadt einzusetzen. Mit einem gekonnten Ruck wird die Schaufel in die Erde gedrückt, dann setzt die andere Hand nur wenige Sekunden später die Pflanze ein. Weiter geht es mit der nächsten. Und immer so weiter.

 

 

Die Arbeit läuft wie am Fließband. Das muss sie auch, denn innerhalb von zwei Wochen müssen insgesamt 40 000 Pflanzen über die Stadtbeete verteilt werden. Innegehalten wird nur, um zu schauen, ob die Pflanzen reichen oder die Farbmischung passt. Wenn nicht, wird noch eine andere Pflanze geholt. 

Ansonsten gilt: Erde lockern, Pflanze einsetzen – und alles von vorne. "Eine Frau hat uns am Montag gesagt: Sie machen das aber schnell", sagt Jooß. Sie schaffe das in ihrem eigenen Garten nicht so schnell. "Wir haben ja auch Übung", habe Jooß dann erwidert. Er arbeitet seit 2011 bei der Gärtnerei.

Ruth Bühler hat schon vor 32 Jahren mit ihrer Lehre beim städtischen Bauhof angefangen. Seitdem arbeitet die St. Georgenerin als Ziergärtnerin. "Das ist mein Hobby und mein Beruf", sagt Bühler. Die meiste Zeit verbringt sie im Gewächshaus. Dort werden die Pflanzen hochgezogen.

Die anderen acht Mitarbeiter der Gärtnerei kümmern sich auch um die Bäume und Wiesen der Stadt. Über den Höhepunkt ihrer Arbeit sind sich die Mitarbeiter uneins. "Das Auspflanzen ist das Schönste", sagt Dominik Jooß. "Da sieht man dann die vollendete Arbeit." Bühler hingegen verbringt gerne Zeit im Gewächshaus: "Ich mag das Heranziehen der Pflanzen", sagt die 48-Jährige. Im Frühling werden die Pflanzen dort für den Sommer vorbereitet. 

Keine Frage – bei der Arbeit am Beet ist Kreativität gefragt. "Wir schauen, dass die Pflanzen zu St. Georgen passen", sagt Bühler. In diesem Jahr werden viele Betonbeete bepflanzt. "Da sind bunte und leuchtende Farben gut", sagt die Gärtnerin.

Schon bei der Bestellung muss dabei überlegt werden, welche Pflanzen wo gesetzt werden sollen. "Das klappt so lange, bis man beim Pflanzen merkt, dass eine Sorte ausgeht", sagt Bühler und lacht. Dann ist ihr Improvisationstalent gefragt. "Ich improvisiere zum Beispiel gerade, weil mir die Geranien ausgehen", sagt sie. Doch trotzdem behält Ruth Bühler einen kühlen Kopf. Dann werden einige Geranien spontan durch gelbe Margeriten ersetzt.

Ruth Bühler arbeitet seit über 30 Jahren als Ziergärtnerin bei der Stadtgärtnerei. Die meiste Arbeitszeit verbringt sie im Gewächshaus. Derzeit werden die dort herangewachsenen Pflanzen in der Stadt eingesetzt. Dabei ist Kreativität gefragt. Bilder: Wiebke Wetschera

Nach zwei Stunden Arbeit ist das Beet voll. Dann muss der entstandene Dreck noch beseitigt werden. Mit einer Schaufel und einem Besen bewaffnet wird auch das erledigt.

 

 

Nun hoffen die Gärtner auf leichten Regen und darauf, dass die Pflanzen nicht zerstört oder entwendet werden. Damit das Beet so bleibt, wie die Gärtner es von Anfang an geplant haben – mit überwiegend pinken Geranien.