Der Tag der Modelleisenbahn wird im Forum am Bahnhof (FAB) auf zwei Stockwerkebenen immer mehr zum Renner. So wie am Sonntag ist es lange nicht in den Ausstellungsräumen zugegangen. Bereits am Morgen standen die Modellbahnfreunde vor der Eingangstüre und es kamen immer mehr. Das war bestimmt der Einmaligkeit der Spur G US-Anlage mit 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche und der Spur I, genannt Königsspur, auf 60 Quadratmetern aufgebaut, und der 11,5 Meter langen und 2,80 Meter breiten neuen Spur H0 Digitalanlage geschuldet.

Mit der Spur G US-Anlage weist das FAB ein Alleinstellungsmerkmal auf. Denn in keinem anderen Ort in Süddeutschland ist eine größere Anlage bekannt. Und es hat schon etwas für sich, kann ein Aussteller mit solchen Superangeboten werben. Jedenfalls lobt Heinz Stutz vom FAB die unerwartete Resonanz. "Das ist gigantisch, wie der Besucheransturm ab zehn Uhr erfolgt ist." So hat das FAB auch ein großes Platz- und Raumangebot. Das kommt dem Aufbau der Modellanlagen sehr entgegen, ist sich Heinz Stutz sicher. Vor allem der kollegiale Umgang untereinander zwischen den Modellbauern der kleinen und großen Spurweiten ist überaus gut, sagt Stutz weiter.

Da kommt Freude auf, wenn die Spur 1 Anlage in Betrieb genommen wird und schier endlose Züge vorbeifahren. Bild: Werner Müller
Da kommt Freude auf, wenn die Spur 1 Anlage in Betrieb genommen wird und schier endlose Züge vorbeifahren. Bild: Werner Müller | Bild: Werner Mueller

Dass seit 2014 der Modellbau im FAB so umfangreich geworden ist, freut besonders Heinz-Günter Hermann, als einer der Köpfe der Modellbauer. So kann Hermann davon berichten, dass nach wie vor die Spur H0 und Spur N Freunde vor allem in der Männerwelt haben. Oft kauft der Papa für seinen Sohn eine Modellanlage – nur spielen damit darf nur Papa, der Sohn schaut zu, sagt Hermann mit einem Lächeln im Gesicht.

Das Interesse an Eisenbahnmodellanlagen im FAB ist außerordentlich groß. Nicht nur Kinder, auch deren Eltern kommen nicht aus dem Staunen heraus. Bild: Werner Müller
Das Interesse an Eisenbahnmodellanlagen im FAB ist außerordentlich groß. Nicht nur Kinder, auch deren Eltern kommen nicht aus dem Staunen heraus. | Bild: Werner Mueller

Angefangen hat alles mit der Eisenbahnmodellbaugruppe von Pfarrer Dietmar Bader. Nach seinem Wegzug von St. Georgen haben sich die Modellbauer zusammengefunden und seither geht es ständig aufwärts. Der Trend im Modellbau gehe heute eher in Richtung stationärer Anlagen. Das sei den filigranen Kontakten an Schienen geschuldet. Auch im privaten Bereich wachsen Modellanlagen. So weiß Hermann, eine Anlage darf niemals fertig werden, denn sonst wird es langweilig. Denselben Standpunkt vertreten auch die Freunde der großen Spur. Dort sitzt Hans-Jürgen Götz am Steuerpult und überwacht den Zugbetrieb, unterstütz von Jörg-Dieter Klatt.

Modellfreunde sind vom Detailreichtum auf der großflächigen Anlage begeistert. Im Bild ein mit Wasserkraft betriebenes Sägewerk. Bild: Werner Müller
Modellfreunde sind vom Detailreichtum auf der großflächigen Anlage begeistert. Im Bild ein mit Wasserkraft betriebenes Sägewerk. Bild: Werner Müller | Bild: Werner Mueller

Einem wahren Glücksgriff konnten sich die Modellbaufreunde im FAB nicht entziehen. Sie konnten die rießige, an einem Stück aufgebaute, voll digitale Anlage von einem Sammler in Tübingen mit einem Tieflader abholen und unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen in den FAB Räumen platzieren. Allerdings musste eine tür und ein Pfosten entfern werden, um in den Raum zu kommen. An drei Bildschirmen wird der Zugbetrieb von Markus Hummel und Hartmut Kniep überwacht. Der gesamte Betrieb der Anlage kann programmiert werden. Auf der Anlage stehen 14 Züge, wovon sieben im Fahrbetrieb sind.