Sie funktionieren wie eine Kirchenorgel und entwickeln auch ein annähernd großes Klangvolumen. Wenn die Drehorgeln von Peter und Jeanette Biermann erklingen, wird jeder Raum unweigerlich zum Konzertsaal. Am Donnerstag gaben "Die Biermänner" erstmals ein Konzert im Forum am Bahnhof.

  • Rund 40 Zuhörer: Es ist ein besonderes Klangerlebnis, wenn das Ave Maria oder der Einzugsmarsch aus dem "Zigeunerbaron" auf einer Drehorgel erklingen. Die rund 40 Zuhörer im Forum am Bahnhof waren begeistert von den Melodien, die auf den teilweise über hundert Jahre alten Instrumenten gespielt wurden. Dabei erläuterte Peter Biermann die unterschiedlichen Techniken, mit denen die Melodien erzeugt werden. "Wir spielen auf Notenband- und Walzenorgeln." Erstaunlich dabei ist, wie es die Orgelbauer einst schafften, die Notenbänder beziehungsweise Walzen so mit tausenden Stiften und Brücken zu beschlagen, dass selbst komplexe Werke wie Händels Feuerwerksmusik umgesetzt werden konnten.
    Das Synchronspiel mit zwei Drehorgeln ist eine besondere Herausforderung für Peter und Jeanette Biermann. Im Forum am Bahnhof meisterten sie diese Herausforderung bravourös.
    Das Synchronspiel mit zwei Drehorgeln ist eine besondere Herausforderung für Peter und Jeanette Biermann. Im Forum am Bahnhof meisterten sie diese Herausforderung bravourös. | Bild: Roland Sprich
  • Klassik und Pop: Während im ersten Konzertteil klassische Werke im Vordergrund standen, überraschten die Drehorgelspieler im zweiten Teil mit populären Melodien und Oldies. Und für die Zuhörer war es ein Erlebnis, den Marsch "Gruß an Kiel", das "Trompetenecho" oder den Schlager "Spanish Eyes" mit dem typischen Drehorgelsound serviert zu bekommen.
  • Anfertigung der Walzen kann teuer werden: Heute gibt es nur noch wenige Drehorgelbauer, die Melodien auf Walzen oder Notenbänder bringen können. Und wenn, ist das ein kostspieliges Unterfangen. Mit bis zu zehntausend Euro muss man rechnen, um eine Walze mit sechs Musikstücken anfertigen zu lassen.
    Die Zuhörer genießen das Konzert und applaudieren begeistert nach jedem Stück.
    Die Zuhörer genießen das Konzert und applaudieren begeistert nach jedem Stück. | Bild: Roland Sprich
  • Duo spielt eigentlich in Kirchen: Mit ihren Instrumenten sind Jeanette und Peter Biermann in ganz Deutschland unterwegs. "Überwiegend spielen wir unsere Konzerte in Kirchen", erläuterte Peter Biermann im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Dort verstärkt die Kirchenakustik den Klang noch um ein Vielfaches. Demnächst sind "Die Biermänner" unter anderem in Berlin und an der Nordsee zu Gast.