Wälder entwickeln sich. Klar, denn Bäume nehmen an Umfang und Höhenwachstum zu. Wälder erfahren aber auch einen Bedeutungswandel. Etwa der Röhlinwald in St. Georgen. Der hat sich über die Jahrhunderte vom Zankapfel zum Vorzeigeobjekt gemausert. Wie diese Entwicklung vonstatten ging, erklärt am Samstag dieser Woche Wolf Hockenjos bei einer Exkursion des Baarvereins. An seiner forstgeschichtlichen Fährtenlese können auch Gäste teilnehmen.

Für den Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar, wie sich der Baarverein in voller Länge nennt, hat der langjährige Leiter des 2005 aufgelösten Staatlichen Forstamtes Villingen-Schwenningen intensiv über den Röhlinwald recherchiert. Die Ergebnisse finden sich als Fortsetzungsgeschichten in den Jahrespublikationen des Baarvereins. Der Schlussteil erscheint 2018.

Neugierig geworden? Das Ende erfahren werden die Teilnehmer der Exkursion schon vor der Veröffentlichung. Sie treffen sich mit Hockenjos und Forstrevierleiter Matthias Breithaupt am Samstag, 6. Oktober um 14.30 Uhr am Waldeingang an der Groppertalstraße, rund 100 Meter nach dem Bahnübergang. In zweieinhalb Stunden gibt es dann viel zu erzählen. Weit mehr als den kurzen Abriss, mit dem Hackenjos vorab die forstwirtschaftlichen Zeiten zusammenfasst.

Sie handelt von einem durch Waldweide und Übernutzung arg heruntergewirtschafteten Klosterwald, der im Jahr 1810 badischer Staatswald wurde und sodann über fast ein halbes Jahrhundert zum Streitobjekt zwischen der Gemeinde St. Georgen und dem Fiskus wurde. Erbittert gestritten wurde durch alle gerichtlichen Instanzen hindurch um die Ablösung der verbrieften Nutzungsrechte der St. Georgener Bürger, was letztendlich zur Teilung des Röhlinwalds führen sollte.

Doch auch nach diesem Sieg der Bürger verlief die Geschichte dieses Waldes äußerst wechselhaft, stets im Bemühen um eine verbesserte und nachhaltige Nutzung. Heute präsentiert er sich sowohl als waldbauliches Vorzeigeobjekt sowohl nach ökonomischen wie ökologischen Maßstäben. Was zu sehen sein wird.