Fledermaus, Fischschonzeit und die Deutsche Bahn – das sind nur drei der vielen Faktoren, die eine Brückensanierung im Stadtteil Stockburg derzeit erheblich erschweren. Bereits seit 2016 ist das Bauwerk, das über die Brigach führt, für den Verkehr gesperrt. Das bringt für alle Betroffenen große Umstände mit sich und die Lösung des Problems zieht sich nun noch weiter hin.

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Denn weil die Brücke "An der Mühle" in der Nähe einer Bahnlinie verläuft, verkompliziert sich die Situation. "Die Bahn hat zu Recht hohe Ansprüche, denen wir Genüge tun müssen", sagte Stadtbaumeister Alexander Tröndle in der Sitzung des Gemeinderats. Aus diesem Grund ist es für die Stadt nicht möglich, die Brücke in diesem Jahr zu sanieren. Das durch den Wasser-, Boden- und Naturschutz vorgegebene Bauzeitfester von April bis Juli könne nicht eingehalten werden. Unter anderem auch, weil eine Sperrung des Bahnübergangs nahe der Brücke eine geforderte Vorlaufzeit von dreieinhalb Monaten benötigt.

Es wird fast vier Jahre dauern

Bereits seit der Sperrung vor mittlerweile gut zwei Jahren bemühen sich, so die Stadtverwaltung, alle Beteiligten, eine rasche Sanierung umzusetzen. "Wir waren anfangs sehr optimistisch", so Alexander Tröndle. Seither ist das Projekt Brückensanierung aber auf einer Reise durch verschiedene Behörden und war bereits Gegenstand diverser Gutachten. Letztlich wird es, wenn ab jetzt alles nach Plan läuft, fast vier Jahre gedauert haben, bis die kleine Brücke Mitte 2020 benutzbar ist.

Großer Umweg macht Umstände

Ein untragbarer Zustand sei die Sperrung, befand Anwohner Ernst Laufer in der Gemeinderatssitzung. Laufer, selbst Mitglied des Gemeinde- und Stockburger Ortschaftsrates, verschaffte seinem Unmut Luft: "Wir müssen hier über kurz oder lang etwas tun. Es ist ein Graus", sagte der CDU-Rat. Für die Anlieger bringe die Sperrung große Einschränkungen mit sich. Das gilt auch für Ernst Laufer selbst: "Ich muss 2,5 Kilometer Umweg fahren", so der Landwirt. 50 Prozent seiner Felder befänden sich auf der anderen Seite der Brücke.

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Das Ratsmitglied sieht eine großen Kostenpunkt auf die Stadt St. Georgen zukommen. Bei der Brücke hat es die Stadt mit einem Bauwerk aus dem Jahr 1866 zu tun. Auch der Durchlauf unterhalb der Brücke sei, so habe Ernst Laufer häufig beobachtet, bei Hochwasser viel zu klein und müsste eigentlich obendrein angepasst werden.