Die Ringzugverlängerung nach St. Georgen ist wahrscheinlicher geworden. Das sagt eine Potenzialstudie, die im Kreistagsausschuss für Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheit vorgestellt wurde. Allerdings setzt die Auftragsarbeit des Fachbüros SMA auch Grenzen. Am Bahnhof St. Georgen wäre Endstation, denn eine Erweiterung in Richtung Triberg wäre unrentabel. "Diese Potenzialstudie hat das erhoffte Ergebnis gebracht", sagte am Dienstag Bürgermeister Michael Rieger. Das Ziel sei eine Anbindung in Peterzell, im Hagenmoos und Königsfeld. Ein Ringzug bis nach St. Georgen ermögliche erhebliche Fahrzeitverkürzungen in Richtung Stuttgart und Freiburg, er schaffe die Möglichkeit das Mobilitätsverhalten auf die Schiene zu bringen. Der Attraktivitätszuwachs für den Wirtschaftsstandort werde durch eine zweite Planung gestärkt: der Lückenschluss B 33/B 523 ab Mönchweiler. Auch dieses Vorhaben bedürfe weiterer Koordinierung auf Kreisebene. Nachdem das Beförderungspotenzial nun feststehe, müsse nun auch im Dialog mit dem Land der Kostenrahmen untersucht werden.

[Stadt begrüßt Ringzugpläne von Villingen nach St. Georgen]

Eine potenziell gute Lösung für Berufspendler nannte FDP-Stadtrat Jochen Bäsch den Ringzug-Zwischenbescheid. Gerade mit Blick auf die vorgesehenen Haltepunkte beim Gewerbegebiet Hagenmoos und in Peterzell sei dies zu begrüßen. Für St. Georgen wäre eine Ringzuganbindung sicher ein Standortfaktor. Erfreulich wäre die über den Ringzug verbesserte Anbindung in Richtung Rottweil und in der Verlängerung nach Stuttgart. Bedarf und Pläne passten offenbar zusammen, gab sich Fraktionssprecher Bäsch optimistisch. Als eine tolle Sache bezeichnete der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Joachim Kleiner, das Ergebnis der Expertise. Insbesondere durch die Anbindung des Gewerbegebiets Hagenmoos dürfte die Stadt als Wirtschaftsstandort profitieren.

"Das ist wie ein Sechser im Lotto", ließ sich auf Anfrage der CDU-Fraktionssprecher Manfred Scherer vernehmen: auch angesichts des zunehmenden Verkehrs auf der B 33. Offenbar gehe man nun von so vielen Fahrgästen aus, dass es sich lohnt. Der Ringzug ermögliche, in einer vernünftigen Zeit nach Stuttgart und Freiburg zu gelangen. Er wäre gut für Pendler, aber auch die Schulen in Königsfeld. Zu einem Knotenpunkt dürfte sich der Bahnhof in St. Georgen entwickeln. "Ich denke, dass der Busverkehr dorthin ausgerichtet wird", so Scherer. Doch bis dahin werde es noch einige Jahre ins Land gehen, verwies Scherer auf Beispiele in der Vergangenheit. Einer der nächsten Schritte sei es, das Gutachten ans Verkehrsministerium in Stuttgart zu übermitteln.

Oliver Freischlader zeigte sich dankbar, dass das Projekt Ringzugverlängerung im Kreistag die Unterstützung aus allen Raumschaften und Fraktionen genieße. Schade sei, dass wegen fehlender Nutzerzahlen und Zwischenbahnhöfe eine Ringzuganbindung über Triberg nach Hornberg nicht machbar sein. Gleichwohl wäre eine Verlängerung nach St. Georgen ein Gewinn für die ganze Region. Irgendwann wäre eine Verbindung von knapp über einer Stunde zum Stuttgarter Flughafen keine Utopie mehr. Schon früher seien mehr und von einzelnen Standorten aus auch schnellere Verbindungen ins Oberzentrum denkbar.

Der Ringzug

Die S-Bahn auf dem Land, so die Eigenwerbung, wird seit 2003 durch die Hohenzollerische Landesbahn betrieben. Das Streckennetz im Schwarzwald-Baar-Kreis beträgt mit mehr als 20 Knotenbahnhöfen und noch mehr Haltepunkten 220 Kilometer. An Werktagen befördert der Ringzug nach eigenen Angaben mehr als 12 000 Fahrgäste. (wur)