Was tun, wenn der Spielbetrieb einer Fußballmannschaft nicht mehr aufrechterhalten werden kann? Dieser Frage müssen sich die Fußballvereine FC Viktoria Peterzell und FV/DJK St. Georgen aktuell stellen. Damit auch in Zukunft wettbewerbsfähig gekickt werden kann, treten die Aktiven der beiden Mannschaften ab der Saison 2018/2019 gemeinsam unter dem Namen SG St. Georgen/Peterzell an. Am Donnerstag wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Was sind die Gründe?

Hauptgrund ist die demografische Entwicklung. Beide Vereine haben Probleme, genügend Spieler für ihre aktiven Mannschaften zu gewinnen. "Fußball spielt bei den Jungs heutzutage nicht mehr eine so große Rolle wie früher", erklärt FV-Vorsitzender Udo Jung. Die Jugendlichen seien viel mobiler als früher und hätten somit auch mehr Freizeitangebote. Da könne der Fußballverein nicht konkurrieren. Klaus Sigrist, der Vorsitzende des FC Peterzell, ergänzt, dass der Verein viele junge Menschen verliere, die auswärts studieren oder arbeiten.

Klaus Sigrist und Udo Jung unterzeichnen die Spielgemeinschaftserklärung. Daneben sitzen die beiden Spielausschussvorsitzenden Pierfranco Cosco und Michael Uthe-Grissinger.
Klaus Sigrist und Udo Jung unterzeichnen die Spielgemeinschaftserklärung. Daneben sitzen die beiden Spielausschussvorsitzenden Pierfranco Cosco und Michael Uthe-Grissinger. | Bild: Kevin Rodgers

Wo wird in Zukunft gespielt?

Federführender Verein wird der FC Peterzell sein. Ab der Saison 2018/19 findet nur noch das erste und das letzte Spiel der SG St. Georgen/Peterzell auf dem Rossberg statt. Alle anderen Spiele werden auf dem Kunstrasenplatz in Peterzell ausgetragen.

Was sagen die Spieler?

Ein langjähriges Mitglied vom FC Viktoria beschreibt die Stimmung unter den Spielern als gemischt. Viele sähen die Entscheidung kritisch, manche wollen sogar den Verein wechseln. Dabei seien die angeführten Gründe durchaus nachvollziehbar. Allerdings sei es in der Praxis schwierig, plötzlich mit Spielern gemeinsam zu kicken, die davor als Erzrivalen gesehen wurden. Für die Sportkultur der Stadt sei die Spielgemeinschaft bereits jetzt ein Verlust. Auch das Thema Vereinsfusion werde langfristig aufs Tableau kommen.

Was wird aus den Vereinen?

Beide Vereine sollen weiterhin als selbstständige und wirtschaftlich unabhängige Klubs bestehen bleiben. Auch das Vereinsleben der beiden Fußballclubs soll aufrechterhalten werden. "Uns ist es sehr wichtig, dass wir weiterhin einen lebendigen Verein haben", erklärt Klaus Sigrist. Auch sein Gegenpart Udo Jung sagt, dass es rein um den Sport geht. "Die Qualität des Fußballs soll gesichert werden", so Jung. Deshalb spiele man trotz zwei Vereinen in Zukunft gemeinsam. Beide Clubchefs unterstrichen, dass eine Vereinsfusion nicht zur Debatte stehe.