Die evangelische Gesamtkirchengemeinde St. Georgen-Tennenbronn muss die Nutzflächen ihrer Gemeindehäuser um die Hälfte verringern, wenn sie weiterhin finanzielle Unterstützung von der badischen Landeskirche erhalten möchte. Bei der Gemeindeversammlung in Peterzell erläuterte Volker Martin vom Ältestenrat der Petrusgemeinde Details.

Mit dieser Maßnahme will die badische Landeskirche eine nachhaltige Finanzplanung ihrer Kirchengemeinden sichern. Ab 2020 werden Steuerzuweisungen für Betriebskosten und Rücklagen sowie für Finanzierung von Baumaßnahmen nur noch für festgelegte Flächen gewährt. Die Flächen werden nach der Anzahl der Gemeindeglieder berechnet. Für die evangelische Gesamtkirchengemeinde St. Georgen-Tennenbronn bedeutet dies, dass die Hälfte der zusammengefasst 2147 Quadratmeter genutzten Fläche in den Gemeindehäusern in St. Georgen, Langenschiltach, Peterzell und Tennenbronn abgebaut werden muss.

Wie Volker Martin erläuterte, hat der Kirchengemeinderat im vergangenen Jahr ein Konzept entwickelt. Dabei kamen unter anderem der Verkauf des alten Gemeindehauses in Peterzell verbunden mit einem Neubau in Kirchennähe sowie die Vermietung der unteren Etage der Kirche in Langenschiltach ins Gespräch. Diese Maßnahmen hätten allerdings lediglich zu einer Einsparung von zwischen 250 und 500 Quadratmetern geführt und das Ziel einer Reduzierung von 1100 Quadratmetern somit deutlich verfehlt. Das Konzept bemängelte auch ein Vertreter des evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe und forderte den Kirchengemeinderat zu einer Überarbeitung auf.

Ein kleiner Lichtblick am Horizont ist, dass der Kirchenbezirk Villingen mittlerweile signalisierte, dass Überhänge von Gemeinden, die ihre Flächen nicht voll ausgeschöpft haben, nach besonderen Kriterien auf andere Gemeinden übertragen werden können. Diese Kriterien können beispielsweise besonderer Einsatz für die Jugendarbeit sein. Hier hätte die Petrusgemeinde gute Chancen, positiv berücksichtigt zu werden.

Roland Scharfenberg, Pfarrer der Petrusgemeinde, fasste zusammen, worin die Krux liegt: "Erst wenn ein schlüssiges Konzept zur nachweislichen Reduzierung der Flächen vorliegt, gibt es grünes Licht für einen Neubau, der dringend notwendig ist."

Vom lebendigen Gemeindeleben berichteten unter anderem Pfarrer Roland Scharfenberg, Anneliese Flaig vom Ältestenkreis und Joel Aberle für den Gemeindeverein bei der Gemeindeversammlung in Peterzell. Ein Punkt, den der Ältestenkreis im vergangenen Jahr intensiv beschäftigte, war die Frage, ob und wie viel Geld in die Reparatur des Gemeindehauses im Engeleweg investiert werden soll. Wie berichtet, steht das Gebäude seit einem Jahr zum Verkauf. Ein weiterer Punkt war die Besetzung der Stelle des Jugendreferenten. Die Besetzung konnte im Herbst erfolgreich abgeschlossen werden: Deborah Chalá ist seit Ende vergangenen Jahres die neue Jugendreferentin. Sie berichtete von ihren ersten Monaten: „Der Anfang wurde mir sehr leicht gemacht, sie sind eine sehr offene und gastfreundliche Gemeinde.“ Etwas schwierig sei für sie gewesen, dass sie sofort voll mit der Organisation einer Jugendfreizeit einsteigen musste. Sie hat es geschafft, die Jugendfreizeit führt die Jugendlichen der Petrusgemeinde dieses Jahr für zwei Wochen nach Kroatien.

Die Jugendreferentenstelle kann aus Mitteln der Petrusgemeinde und mit Unterstützung des Gemeindevereins finanziert werden. Wie Joel Aberle berichtete, unterstützt der Gemeindeverein zudem die beiden Missionarsfamilien Schubert und Jäckle.

Einen Ausblick auf Aktivitäten gab Pfarrer Roland Scharfenberg. So soll es am Ostersonntag vor dem Gottesdienst ein Osterfrühstück in Peterzell geben. Zudem teilte der Pfarrer mit, dass der bisherige Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Sven de Vries, von seinem Amt zurückgetreten ist. Zum neuen Vorsitzendenden wurde Oliver Porsch gewählt.

Das Gemeindehaus

Seit rund einem Jahr steht das alte Gemeindehaus im Engeleweg in Peterzell zum Verkauf. Wie Volker Martin vom Ältestenrat sagte, gab es zwar bereits mehrere Interessenten, aber keine konkreten Kaufabsichten. Sollte das Gemeindehaus verkauft werden, müsste die Petrusgemeinde bis zur Fertigstellung eines Neubaus, der auf einem Gelände zwischen Bundesstraße und alter Landesstraße in der Nähe der Kirche entstehen soll, das Gemeindeleben möglicherweise auf verschiedene angemietete Räumlichkeiten verteilen. (spr)