Für Kunst-, Heimat-, Technik- und Autointeressierte eröffnete sich am Sonntag beim Internationalen Museumstag in St. Georgen ein vielfältiges Angebot. Bei schönem Wetter schlenderten die Museumsliebhaber von einem Ort zum nächsten und konnten so bei freiem Eintritt in ganz verschiedene Bereiche hineinschnuppern.

Im Deutschen Phonomuseum war die Mitarbeiterin Hedwig Reinl damit beschäftigt, den Musik- und Technikliebhabern die Phonogeräte aus verschiedenen Jahrzehnten vorzuspielen. „Meine Favoriten sind von Edison aus dem Jahr 1910. Der typische Klang dieser Geräte ist einfach klasse“, schwärmte sie und spielte einen Walzer auf einem der Geräte ab. Der kurze Museumsfilm informierte die Besucher über die gesamte Entwicklung bis hin zu den Plattenspielern von Dual und Perpetuum Ebner.

<p>Museumsführer Otto Rapp (von links) weist die Besucher Rudolf Lorbeck und Heinrich Münzer im Heimatmuseum Schwarzes Tor auf die Bemalung der Uhrenschilder hin.</p>

Museumsführer Otto Rapp (von links) weist die Besucher Rudolf Lorbeck und Heinrich Münzer im Heimatmuseum Schwarzes Tor auf die Bemalung der Uhrenschilder hin.

| Bild: Ramona Larhzal
<p>Horst Oppermann zeigt seiner Enkelin Tabea beim Museumstag im Deutschen Phonomuseum, wie eine Musikbox funktioniert.</p>

Horst Oppermann zeigt seiner Enkelin Tabea beim Museumstag im Deutschen Phonomuseum, wie eine Musikbox funktioniert.

| Bild: Ramona Larhzal

Ein kleines Stück weiter die Bahnhofstraße hinunter hatte das Heimatmuseum Schwarzes Tor geöffnet, wo die Besucher sich in ein anderes Zeitalter versetzt fühlten. In dem alten Bauernhaus erklärten die ehrenamtlichen Museumsführer Hermann Bauknecht und Otto Rapp alles über die ehemaligen heimischen Werkzeuge und Gerätschaften. Gerd Keller setzte den alten Webstuhl in Gang und Walter Lehmann, der letzte Küfer der Fürstenberg Brauerei, zeigte vor dem Schwarzwaldhäuschen, wie viel Arbeit es machte ein Fass herzustellen.

<p>Der Küfer Walter Lehmann zeigt beim Internationalen Museumstag im Heimatmuseum Schwarzes Tor seine Arbeit an einem Holzfass.</p>

Der Küfer Walter Lehmann zeigt beim Internationalen Museumstag im Heimatmuseum Schwarzes Tor seine Arbeit an einem Holzfass.

| Bild: Ramona Larhzal

Gleich nebenan kamen die technisch Interessierten im Hermann-Papst-Museum ganz auf ihre Kosten. Daniel Papst, der Enkel der Erfinderpersönlichkeit, erzählte einige Anekdoten aus dem Leben Hermann Papsts und stellte die Patente aus den unterschiedlichen Technikbereichen vor.

Genau gegenüber konnten sich die Besucher im Museumsrestaurant Kippys neben dem Grässlin Kunstraum kulinarisch verwöhnen lassen und danach beim Entdeckungsspaziergang durch Innenstadt mit Ute Herchenbach die Grässlin Kunstsammlung in den externen Räumen für Kunst entdecken.

<p>Matthias und Suphaphan Bosnjak bewundern den Mercedes W115 bei der Oldtimerausstellung im Forum am Bahnhof.</p>

Matthias und Suphaphan Bosnjak bewundern den Mercedes W115 bei der Oldtimerausstellung im Forum am Bahnhof.

| Bild: Ramona Larhzal

Die Kombination Auto, Technik und Kunst im Forum am Bahnhof zog ebenfalls viele Besucher an, die über 100 Oldtimer, die Werke von acht Künstlern aus der Region, eine Modelleisenbahnausstellung sowie Zirkusmodelle auf knapp 5000 Quadratmetern bewundern konnten. Am meisten beeindruckten die auf Hochglanz polierten Fahrzeuge im Erdgeschoss, wo Lutz Henselmann aus dem Vorstandsteam des Forum am Bahnhof alles Wissenswerte rund um die Oldtimer erklärte. Im Café mit amerikanischem Flair tauschten sich die Autoliebhaber aus.

 

Museumstag

Der Internationale Museumstag fand in diesem Jahr zum 39. Mal statt. Der Aktionstag hat das Ziel den Interessierten bei freiem Eintritt die thematische Vielfalt der über 6500 Museen Deutschlands aufzuzeigen. In Baden-Württemberg öffneten rund 200 Museen ihre Tore und leisteten damit einen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben im Land.