Mit der Inbetriebnahme eines neuen Blockheizkraftwerks (BHKW) am Bildungszentrum leisten die Stadt St. Georgen und die EGT Energie GmbH einen großen Schritt in Sachen Klimaschutz. Die neue Anlage spart gegenüber dem Vorgängermodell jährlich rund 1200 Tonnen CO² ein.

Alte Anlage stand zehn Jahre still

Nachdem die bisherige BHKW-Anlage nach einem Maschinenschaden seit zehn Jahre stillstand, übernahm die EGT Energie bereits die Wärmeversorgung für den Schulkomplex auf dem Roßberg einschließlich Hallenbad und Stadthalle. Nach der Sanierung des Hallenbads wurde die Frage der künftigen Wärmeversorgung neu beleuchtet. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Ledwig & Partner aus Donaueschingen fiel die Entscheidung für eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage.

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Mit Beginn der Schulferien im Sommer wurde die alte Anlage rückgebaut und die neue Anlage installiert. Mit der Installation wurde die Heizungsfirma Ginter aus St. Georgen betraut. „Die neue Anlage zeichne sich unter anderem durch einen wesentlich geringeren Platzbedarf aus“, weist Inhaber Bernhard Ginter auf die kompakte Anlage hin.

Die modernen Brennwertkessel nehmen nur einen kleinen Teil des bislang beanspruchten Platzes einer Heizungsanlage in Anspruch.
Die modernen Brennwertkessel nehmen nur einen kleinen Teil des bislang beanspruchten Platzes einer Heizungsanlage in Anspruch. | Bild: Roland Sprich

Kosten 690 000 Euro

Die Kosten für die neue Anlage beziffert Erik Hugel, Geschäftsführer der EGT Energie, auf „brutto 690 000 Euro. „Auf die Jahre gerechnet wird man die Energieeinsparung deutlich spüren“, so Hugel. Wie Bürgermeister Michael Rieger bei der offiziellen Inbetriebnahme erklärte, fielen für die Stadt keine Investitionskosten an. Durch eine Kooperationsvereinbarung, so genanntes Contracting, übernimmt die EGT den Betrieb und Instandhaltung der Anlage gegen eine Nutzungsgebühr. „Der Gemeinderat beschäftigte sich seit langem mit der Frage, ob die Stadt selbst investieren sollte oder eine Vereinbarung mit der EGT treffen sollte. Mit der jetzigen Lösung sind wir sehr zufrieden.“ Wie Rieger sagt, handelt es sich um das erste Contractingmodell der Stadt.

Höchste Energieeffizienz

Die neue Anlage zeichnet sich durch höchste Energieeffizienz aus. Jeder der beiden Brennwertkessel leistet 850 Kilowatt. Wie Installateur Bernhard Ginter erläutert, ist das System redundant aufgebaut. „Reicht die Leistung eines Kessels nicht aus, wird der andere zugeschaltet.“ Dabei übernehmen die Kessel abwechselnd die Funktion des Hauptleistungserzeugers, um eine gleichmäßige Abnutzung zu gewährleisten.

Eine Million Kilowattstunden Strom werden produziert

Das Blockheizkraftwerk produziert neben 1,3 Millionen Kilowattstunden Wärme auch jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom, die ins Stromnetz eingespeist und vergütet werden. Wie Michael Hilser vom Ingenieurbüro Ledwig & Partner ergänzt, erfüllt die neue Anlage auch die Anforderungen des erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes, das vorschreibt, das im Zuge einer Erneuerung der Heizungsanlage 15 Prozent an erneuerbaren Energien zur Heizung eingesetzt werden müssen.

Die Wärmeverteilungsanlage wurde ebenfalls optimiert.
Die Wärmeverteilungsanlage wurde ebenfalls optimiert. | Bild: Roland Sprich

Laut Stadtbaumeister Alexander Tröndle ist die Erneuerung der Heizungsanlage Teil eines angestrebten Gesamtkonzeptes zur Erneuerung der Heizanlagen. Unter anderem sollen auch die Wärmeleitungen zur Stadthalle erneuert werden.