Als Gamze Celik wie jeden morgen die Türe zu ihrem Café BM aufschließen will, bemerkt sie schnell: Jemand hat versucht, in ihr Café einzubrechen. "Gott sei Dank ist nichts passiert", erklärt die Betreiberin des Bistros in der Gerwigstraße.

Die rohe Gewalt hat nichts gebracht: Die Tür des Café BM hielt dem Einbruchsversuch am Wochenende stand.
Die rohe Gewalt hat nichts gebracht: Die Tür des Café BM hielt dem Einbruchsversuch am Wochenende stand. | Bild: Halter, Maximilian

Zwei deutlich erkennbare Dellen markieren die Stellen, an denen die Täter am Wochenende versucht haben, die Tür des Cafes in der Gerwigstraße aufzuhebeln. Der Schaden sei auf den ersten Blick eher kosmetischer Natur, erklärt Celik. Die Tür schließe noch richtig.

Auch Zeitschriftenladen in der Gerwigstraße betroffen

Wie hoch der Schaden am Ende wirklich ist und ob die Tür ausgetauscht werden muss, das wisse die Café-Betreiberin noch nicht. Nur wenige Meter entfernt bemerkt am Montagmittag auch Hans-Peter Skudinski an seinem Zeitschriftengeschäft frische Einbruchsspuren. "Ich habe bemerkt, dass versucht wurde, einzubrechen", erklärt der Inhaber. Auch bei ihm blieben die Täter erfolglos.

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Wie und ob beide Fälle zusammenhängen, kann noch nicht gesagt werden, erklärt der Polizei-Pressesprecher Thomas Kalmbach vom Polizeipräsidium Tuttlingen. Durch die räumliche Nähe und ähnliche Vorgehensweise sei es aber nicht auszuschließen, dass bei beiden Versuchen die gleichen Täter am Werk waren.

Kein auffälliger Anstieg von Straftaten

Unterdessen zeigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik keinen auffälligen Anstieg bei der Zahl der Straftaten. 2018 wurden 409 Straftaten registriert, ein minimaler Anstieg von 18 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (2017: 391 Fälle). Damit hielt sich die Zahl der Straftaten etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die im Vergleich zu den Nachbarkommunen höhere absolute Zahl an Fällen muss im Kontext mit der Gemeindegröße gesehen werden. Die Kriminalität ist in der Bergstadt nicht höher als in den angrenzenden Gemeinden.

Weniger Einbrüche als noch vor ein paar Jahren

Die Aufklärungsquote lag in St. Georgen im vergangenen Jahr bei bei überdurchschnittlichen 71,9 Prozent. Im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis lag die Quote 2018 bei 63,8 Prozent. Erfreulich stark zurückgegangen ist auch die Zahl an Wohnungseinbrüchen. Nach Spitzenwerten in den Jahren 2014 bis 2016 schlägt sich nun durch, dass die Polizei die Einbruchskriminalität zum Schwerpunkt erklärt hat. So gab es im Schwarzwald-Baar-Kreis im vergangenen Jahr 86 Einbrüche. Das sind zwar neun mehr als 2017, dennoch aber weniger die Hälfte dessen, was bei der Hausse der vergangenen Jahre gezählt wurde.

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Abgesehen von den zwei Einbruchsversuchen in der Gerwigstraße sind die Einbrüche in der Bergstadt im Laufe der letzten Jahre zurückgegangen. So gab es im vergangenen Jahr 29 Einbrüche in St. Georgen, gibt Pressesprecher Thomas Kalmbach Auskunft. 2017 waren es noch 39 und im Jahr 2016 sogar 55, so der Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Tuttlingen.