Der Einzige, der sich angesichts der gestrigen Einschulungen an den Bergstädter Schulen die Ruhe bewahrt hatte, war Rektor Jörg Westermann. Entspannt und immer noch voller Humor nahm er am frühen Nachmittag die Schüler der beiden ersten Klassen der Robert-Gerwig-Schule in Empfang. Während Eltern, Großeltern und Geschwister in heller Aufregung waren, um keinen Moment an diesem wichtigen Tag zu verpassen, stellte er nüchtern fest: „Die Geschenke zum Schulanfang werden von Jahr zu Jahr größer. Manchmal sieht man nur noch wandelnde Schultüten, weil die Schüler fast ganz dahinter verschwinden.“

Aber auch ohne die tatsächlich ziemlich ausgewachsenen Tüten wäre neben den mehr als 200 Anwesenden nicht viel mehr Platz gewesen im Saal der Unterkirche. Dort gab es für die Neuen ein Lied zur Begrüßung von all jenen, die im vergangnen Jahr an ihrer Stelle standen – und die jetzt schon in der zweiten Klasse sind.

Im Ökumenischen Zentrum empaingen Benedikt Müller und Lisa Interschick die Schüler des SBBZ und der Rupertsbergschule.
Im Ökumenischen Zentrum empaingen Benedikt Müller und Lisa Interschick die Schüler des SBBZ und der Rupertsbergschule. | Bild: Rolf Hohl

Ein ähnliches Bild zeigte sich am Morgen im Ökumenischen Zentrum auf der Seebauernhöhe. Dort begrüßten das SBBZ und die Rupertsbergschule ihre Erstklässler mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Einige waren schon früher gekommen, um diesen Moment noch fotografisch festzuhalten. Und auch dort schien es so, als wären die umherschwirrenden Eltern angesichts des anbrechenden Schuljahres nervöser als die Kinder selbst. „Manche von euch haben vielleicht schon den Schulweg ausgekundschaftet und andere Schüler getroffen, mit denen ihr in Zukunft gemeinsam zur Schule gehen könnt“, sagte Pfarrerin Lisa Interschick.

In der Kirche St. Georg starten die Kinder der Robert-Gerwig-Schule mit ihren Familien ins Schuljahr.
In der Kirche St. Georg starten die Kinder der Robert-Gerwig-Schule mit ihren Familien ins Schuljahr. | Bild: Rolf Hohl

Und sie zog eine für die Schüler am Rupertsberg ganz besonders zutreffende Metapher heran. „Im Schulalltag ist es, wie einen Berg zu besteigen: Manchmal ist es anstrengend, aber wenn man oben angekommen ist, ist es dann doch schön.“ Pastoralreferent Benedikt Müller erinnerte zwischen den gemeinsamen Gebeten und Liedern aber auch an jene Kinder auf dieser Welt, die nicht zur Schule gehen können. Und ebenso an jene, die sich dafür einsetzen, dass sich das einmal ändert.

Musikalische Begrüßungen in Peterzell

In der Grundschule in Peterzell ist das Fehlen der Erstklässler zum Schulbeginn vergangene Woche bereits schmerzlich aufgefallen. „Wir haben euch letze Woche vermisst. Ohne Erstklässler fehlt etwas an unserer Schule“, sagte Rektorin Annette Wagner. Auf die Frage, auf was sich die neuen Schüler am meisten freuen, riefen sie motiviert: „Rechnen, Lesen und Schreiben lernen.“ Von ihren ehemaligen Kindergartenfreunden wurden die Erstklässler mit guten Wünschen verabschiedet, die in selbstgebastelten Schultüten steckten. Mut, Freude, Freunde und Spaß sollen die Schüler für die Schule mitbringen.

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Die Viertklässler begrüßten die „Neuen“ mit einem Lied. Die Zweitklässler begrüßten ihre neuen Klassenkameraden, die Klasse eins und zwei sind eine Kombiklasse, ebenfalls mit einem Lied. Eine besonders schöne Geste war, dass jeder Zweitklässler, der Pate für einen neuen Mitschüler ist, seinem „Patenkind“ ein selbstgebasteltes Geschenk überreichte. Anschließend konnten die ABC-Schützen gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Andrea Schanne-Ringbauer ihr Klassenzimmer kennen lernen.