Für seinen Film "Ingenium" ist der aus St. Georgen stammende Filmemacher Steffen Hacker beim größten Independent-Film-Festival in Frankreich, den Paris Art and Movie Awards, mit dem Preis für Bester Spielfilm und Hauptdarstellerin Esther Maaß als Beste Schauspielerin ausgezeichnet worden.

"Wir sind total überrascht und freuen uns riesig", teilt Steffen Hacker per Facebook mit. Über 1000 Filme wurden bei dem Festival eingereicht. Der Thriller "Ingenium" lief als einer der letzten am Tag der Preisverleihung in einem kleinen Varieté-Café mit viel Charme. Und war am Ende vier Mal nominiert, für Besten Filmschnitt, Beste Regie, Beste Schauspielerin und Bester Film.

Dass der Film so erfolgreich absahnen würde, damit hatte Steffen Hacker nicht gerechnet. Zumal der Film große internationale Konkurrenz hatte. So musste Esther Maaß für "Beste Schauspielerin" gegen Hollywoodgröße Leslie Bibb antreten, die unter anderem in "Iron Man" mitspielte.

Die Preisverleihung fand im Art Deco-Kino "Le Grand Rex" in Paris statt. Dort waren auch Filmgrößen wie Sharon Stone anwesend. Ein wenig Hollywoodglamour haben Hacker und Esther Maaß dann auch abgestaubt, als sie, vorbei an der großen Zuschauer- und Reportermenge, über den Roten Teppich gehuscht sind. Als letzte Preise des Abends durfte dann zunächst Esther Maaß, die vielen St. Georgenern noch aus der Produktion "Funkenflug" in Erinnerung ist, ihren Preis entgegennehmen. Sie hielt eine emotionale Dankesrede.

Steffen Hacker war davon so gerührt, dass er es zunächst gar nicht realisierte, dass sein Film gemeint war, der den Preis für den Besten Spielfilm abgeräumt hat. "Eigentlich bin ich das Reden vor großen Gruppen gewöhnt, aber als ich auf der Bühne stand, waren alle meine Französisch-Kenntnisse wie weggepustet und ich habe dann einfach zu Englisch gewechselt", so Steffen Hacker. Bereits eine Woche zuvor hat der Film auf dem Cape Fear Film Festival in Wilmington, North Carolina, den "Director´s Choice Award" verliehen bekommen. "Wir sind natürlich unglaublich glücklich darüber, wie der Film in aller Welt anläuft und dort somit überall ein kleines bisschen Schwarzwald und ein bisschen St. Georgen zu sehen ist."

Jetzt hofft Steffen Hacker auf die Deutschland-Premiere im September. "Aber Filmfestivals sagen immer erst etwa vier Wochen vor Festivalbeginn endgültig zu. Das heißt, wir dürfen weiterhin gespannt sein."