Ein Kleintierzoo in der Mühlgasse in St. Georgen begeistert die Passanten. Direkt an der Straße tummeln sich hinter dem Zaun Hasen, Enten und Hunde. Viele bleiben stehen, um sich das lebhafte Treiben auf dem Gelände anzusehen. Manche bringen sogar Möhren und Löwenzahn vorbei, um die Tiere zu füttern. Sehr zur Freude der Besitzerin Cornelia Rettich. Sie lebt mit ihrer Familie seit drei Jahren im Haus Mühlgasse 7 und ihr gehören die Tiere.

Schon beim Vorbeifahren fallen die Hasen auf, die sich sehr oft direkt am Zaun aufhalten und selbst vom Auto aus zu sehen sind. Vom Gehweg aus ist allerdings nur ein kleiner Teil der Tiere zu sehen, die der Familie gehören. Am Teich listet Frau Rettich den gesamten Bestand auf. Als da wären 37 Hasen, 30 Hühner, vier Enten, 13 Wasserschildkröten, vier Landschildkröten und zwei Hunde. Sie alle halten sich derzeit meist im Freigehege rund um das Haus auf, das die Familie saniert hat. Im Haus selbst zählen noch Mäuse, Degus, eine Art Rennmaus, und Meerschweinchen zum Bestand. „Über 100 Tiere und zwölf verschiedene Arten“, so die Bilanz der tierliebenden Frau. Ach ja, im extra angelegten Teich schwimmen auch noch bunte Kois und Goldorfen.

Ihre Leidenschaft begann schon in Kindertagen. Obwohl mitten in Schwenningen lebend, wuchs sie mit Kaninchen und Landschildkröten auf. Mit acht Jahren bekam sie ein Zwergkaninchen geschenkt, das sie mit ins Haus nehmen durfte. Da hat sie gespürt, wie viel Freude und Spaß sie an dem Tier hat. In der Folge kamen dann immer mehr Tiere hinzu. Oft solche, die niemand mehr haben wollte. Sie wurde zu einer Art Auffangstation für Kleintiere und kam so auch in Kontakt mit dem Tierschutzverein in Schwenningen und betrieb dort eine Art Kaninchentierheim.

Auch in St. Georgen hat sie den Kontakt mit dem Tierschutzverein gesucht und nimmt auch schon wieder Kleintiere auf. Sie werden aber streng getrennt von den eigenen Tieren gehalten. Auch tierische Urlaubsgäste können bei ihr abgegeben werden, damit die Besitzer einmal ohne Anhang Urlaub machen können. Demnächst ziehen so sechs Kaninchen bei ihr ein.

Für sie selbst ist Urlaub angesichts der Vielzahl der Mitbewohner aber schwieriger. „Mehr als vier Tage am Stück sind da nicht drin.“ Einerseits weil sie den Betreuern nicht mehr zumuten möchte, andererseits weil sie dann auch schon wieder das Heimweh zu den Tieren plagt. Dabei machen die natürlich auch eine Menge Arbeit.

Zwei Stunden pro Tag bringt sie für sie auf, wobei die Routine mächtig zu einem rationellen Arbeitsablauf beiträgt. Doch die Freude über die Tiere überwiegt die Arbeit klar.

Freude löste aber auch bei vielen Passanten ihr kleiner Zoo aus, wie Rettich feststellt. Oft beobachtet sie, wie den Leuten ein Lächeln über das Gesicht huscht, wenn sie die Tiere sehen. Ein Spaziergänger hat ihr auch gesagt, dass er eigens einen Umweg macht, damit er in der Mühlegasse vorbeikommt, um das Schauspiel zu sehen. Und das macht auch sie wieder froh.

In Sachen Tierschutz

Als Tierliebhaberin ist Cornelia Rettich vielfältig aktiv. So berät sie Tierbesitzer in Fragen zur Tierhaltung und -pflege. Mit ihren beiden eigens ausgebildeten Hunden besucht sie Schulklassen, um ihnen den richtigen Umgang mit den Vierbeinern beizubringen. Ein weiteres Anliegen von ihr ist die Gründung einer Jugendgruppe im Tierschutzverein. Zu erreichen ist Cornelia Rettich über den Tierschutzverein St. Georgen, Telefon 0160/937 260 38. (fue)