Eine besonders lange Anreise, um ihr Schulpraktikum zu absolvieren, haben in diesem Jahr die Zehntklässler Anna Wintermantel, Jonas Allgeier und Rik Kienzler des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums St. Georgen auf sich genommen. Sie reisten in der Praktikumswoche im Rahmen der Berufsorientierung am Gymnasium (Bogy) über 1600 Kilometer nach Zarnesti, eine rumänische Kleinstadt in Siebenbürgen. Dort durften sie in einem Nationalpark eine Woche mit dem Wildtierbiologen Peter Sürth verbringen.

Zustande kam der Kontakt über Biologielehrer Matthias Blender, der Sürth in seinen Unterricht nach St. Georgen eingeladen hatte. Seit vielen Jahren setzt sich Sürth in seinem Projekt „Der Weg der Wölfe“ mit Wildtieren auseinander und erforscht das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Die Schüler konnten einen spannenden Einblick gewinnen. So unterrichtete Sürth sie im Spurenlesen, sodass die Praktikanten selbst schnell viele Spuren von Bären, Füchsen, Wölfen, Hunde oder Dachsen in der freien Prärie entdecken konnten. Nach ausgiebigen Wanderungen werteten die Schüler zudem Material von aufgestellten Wildtierkameras aus. Mit eigenen Augen konnte sogar auf den Touren ein Bär, Gemsen und ein vom Aussterben bedrohter Mauerläufer gesichtet werden.

Jonas Allgeier und Rik Kienzler fertigen einen Gipsabdruck einer Tierspur an.
Jonas Allgeier und Rik Kienzler fertigen einen Gipsabdruck einer Tierspur an. | Bild: Thomas-Strittmatter-Gymnasium

Übernachtet wurde die gesamte Woche über im Freien, wo man sich verschiedene Lagerstätten zurechtmachte. Auch für die Verpflegung mussten die Schüler selbst sorgen. Besonders lieb gewannen sie hierbei Kartoffelbrot mit einem Schokoladenaufstrich.

Peter Sürth, Jonas Allgeier und Anna Wintermantel bereiten das Nachtquartier in freier Natur vor. Bilder: Schule
Peter Sürth, Jonas Allgeier und Anna Wintermantel bereiten das Nachtquartier in freier Natur vor. | Bild: Thomas-Strittmatter-Gymnasium

Alle drei zeigten sich begeistert von dieser prägenden Woche. „Da mir die Arbeit an der frischen Luft und die logischen Schlüsse auf Verhalten von Tieren sehr viel Spaß gemacht haben, bin ich mir sicher, dass ich einen Beruf in dieser Richtung anstreben werde“, stellte etwa Rik Kienzler motiviert fest.