Bernd Gühring schiebt seinen Müllwagen am Montagmorgen über den Marktplatz. An einem Mülleimer macht er Halt. Er greift sich seine Müllzange und liest auf, was neben dem Papierkorb liegt: Pizzaschachteln und Eisbecher wandern nach und nach in seinen Müllwagen.

Dann schließt er den Mülleimer auf und leert den Inhalt ebenfalls in den Sack, der in seinen Müllwagen gespannt ist. Jeden Morgen ab sieben Uhr ist der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs in der Stadt dem Müll auf den Spuren. Seine Tour beginnt am Marktplatz. 

Seit Anfang des Jahres ist Gühring für die Sauberkeit in der Stadt zuständig. Rund 500 Kilogramm Müll bekäme er in der Woche zusammen. "Es liegen meistens Pizzaschachteln, Kebab-Papier und im Sommer Eisbecher herum", sagt der 51-Jährige. Sein Grundsatz beim Sammeln lautet dabei: "Alles, was neben dem Mülleimer liegt, kommt weg."

 

Video: Wiebke Wetschera

 

Montags und freitags hat Gühring am meisten zu tun. Am Montag muss er den Müll vom Wochenende einsammeln. "Meistens sieht es dann recht wild aus", sagt Gühring. Am Freitag fährt er auch in die Ortsteile wie Langenschiltach und Brigach, um dort die Papierkörbe zu kontrollieren. Insgesamt 200 Papierkörbe muss Gühring im Auge behalten.

Der Marktplatz ist die erste Station. Hier liegt Müll neben dem Papierkorb.

Seine Aufgaben sind dabei vielfältig: Müll sammeln, Papierkörbe leeren, Reparatur und die Reinigung der Mülleimer. "Empfindlich darf man bei diesem Job nicht sein", sagt Gühring.  Er betreut auch die Hundekotstationen.

Seinen Weg durch die Stadt schätzt Gühring auf zwölf Kilometer. "St. Georgen ist allgemein eine relativ saubere Stadt", sagt Gühring. "Es gibt natürlich überall gewisse Ecken, wo die Jugend sich trifft, oder einfach viel los ist." Mittlerweile kennt Gühring die Orte ganz genau und weiß, wo er regelmäßig kontrollieren muss. "Auf der Stadtterrasse ist der meiste Müll", sagt Gühring. Hier muss er an diesem Morgen vor allem Zigarettenstummel zusammenfegen. Dafür schnappt er sich seinen Besen und fegt die Stummel zu einem Haufen. 

 

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Am Rondell findet er gerade nach dem Wochenende viel Müll: "Das ist einer der Brennpunkte hier unten", sagt Gühring. "Hier fließt der Alkohol in rauen Mengen." Und das macht sich bemerkbar: Es liegen leere Flaschen und Plastikbecher auf dem Boden verteilt.

Und das, obwohl dort zwölf Mülleimer installiert sind. "Man findet eigentlich immer ein Plätzchen zum Entsorgen", sagt Gühring. Trotzdem liegt viel Müll auf dem Boden. "Da rege ich mich aber nicht mehr drüber auf", sagt Gühring.

Ärgern tut sich der Müllsammler hingegen vor allem über abgerissene Pflanzen im Stadtgarten: "Das nervt mich schon", sagt Gühring. Im Stadtgarten leert er zuächst einen der vorhandenen Mülleimer. Hier müsse zwei Mal in der Woche geleert werden, so Gühring. 

 

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Im Stadtgarten wartet regelmäßig noch eine andere Aufgabe auf den Bauhof-Mitarbeiter: Die Bänke werden umgeworfen und herumgetragen. "Das muss ich dann in Ordnung bringen, bis sie am nächsten Tag wieder woanders sind", sagt Gühring.

Gegen 15.45 Uhr transportiert er den gesammelten Müll ab.

 

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Wirklich alles mitzunehmen sei ein Ding der Unmöglichkeit, so Gühring: "Es wird immer etwas herumliegen, was ich übersehen habe", sagt er. Doch sein Ziel ist klar: Die Stadt muss sauber aussehen. Dafür ist Bernd Gühring jeden Tag in St. Georgen unterwegs - dem Müll auf den Spuren. 

 

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Bauhof-Serie

Was sind eigentlich die Aufgaben des städtischen Bauhofs in St. Georgen? Das Einsatzgebiet des Bauhofs mit der Stadtgärtnerei reicht von der Straßenunterhaltung bis hin zur Bepflanzung. In einer Reportage-Serie stellt der SÜDKURIER die Aufgabenfelder des städtischen Bauhofs vor. Dafür werden Mitarbeiter aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen bei ihrer Arbeit begleitet und berichten von ihren Aufgabenfeldern. (ww)