Am gestrigen Mittwochnachmittag herrschte Aufbruchstimmung in Langenschiltach: Unzählige Bananenkartons wurden gestapelt, zahlreiche Säcke geschleppt und Matratzen für den Transport noch schnell frisch verpackt. All das, um die gesammelten Teile in einen Lastwagen zu laden, der dann noch einen weiten Weg vor sich hatte – bis in das ukrainische Swetlowodsk, das rund 2300 Kilometer entfernt liegt.

Kleidung, Bettwäsche, Fahrräder und Schuhe hat Organisatorin Gisela Götz gesammelt, um sie für die Bewohner in der ukrainischen Stadt zu spenden. "Die können dort alles brauchen, was wir hier auch benötigen", erklärt Götz. Seit Wochen stand deshalb das ganze Haus der Familie voller Kartons und Säcke: die Flure, das Büro und der Keller waren vollgestellt – bis gestern. "Ich bin auch froh, wenn das ganze Zeug wieder weg ist", sagt Götz.

Zwei weitere Spendenhalte

Gemeinsam mit rund zehn Helfern, bestehend aus Familie, Freunden und Nachbarn, lud sie die Sachen in den Lastwagen mit einer 96 Kubikmeter großen Ladefläche. Die Spenden aus Langenschiltach dürfen aber nur 50 Kubikmeter des Platzes einnehmen: Denn die Lastwagenfahrer Peter und Dima halten auf dem Weg zurück in die Ukraine noch an zwei anderen Standorten.

Auch dort werden Spenden eingeladen. "Es ist natürlich schön, dass noch mehr Leute sammeln", sagt Götz. Auch wenn das bedeutet, dass sie weniger Platz für die eigenen Sachen zur Verfügung hat. Im vergangenen Jahr reichte der Platz nicht, deshalb hat Götz die Spenden selbst nach Gießen gefahren. Dort hat das Missionswerk "Brücke der Hoffnung", das die Spenden für die Ukraine sammelt und verteilt, einen Sitz.

Geschenke in Hoffnungsboxen

Für die Familie Götz ist die Spendenaktion längst ein altbekanntes Prozedere: Was mit einem kleinen bepackten Bus begann, steigerte sich schnell, sodass schon seit 20 Jahren ein großer Lastwagen für die vielen Spenden gebraucht werde. Jährlich im März werden die Spenden in Form von Kartons oder Säcken angenommen. Jeder Spender gibt zusätzlich dazu drei Euro ab. "Das Geld brauchen wir für den Transport", sagt Götz. In etwa sechs Wochen wird die Ware in der Ukraine vor Ort verteilt.

Neben Kartons werden auch kleine Geschenke gepackt: Hoffnungsboxen werden die kleinen gelben Pappkartons mit ukrainischer Aufschrift genannt. Die 140 gesammelten Boxen haben einen besonderen Hintergrund: "Die Jugendlichen, die immer im Programm des Missionswerks waren, sollen lernen, anderen Menschen eine Freude zu machen", so Götz. Sie fahren herum und verteilen die Geschenkboxen vor Ort. Sie sollen anderen Menschen mit Nützlichem eine Freude machen – so wie Gisela Götz es jedes Jahr mit einem Lastwagen voller Spenden macht.

Brücke der Hoffnung

Die Langenschiltacherin Gisela Götz organisiert seit 30 Jahren die Transporte in die Ukraine. Hintergrund der Aktion ist die Hilfe für den Ort Swetlowodsk. Dort befindet sich das Hauptbüro des Missionswerks „Brücke der Hoffnung” für die Ukraine. Die Spenden werden an das Missionswerk übergeben, das sie an arme Familien verteilt. (ww)