Volkstrauertag, Allerheiligen, Ostern – bitte was? Ich behaupte: Der Großteil der Deutschen weiß nicht, warum wir Allerheiligen "feiern" oder am Volkstrauertag trauern und nicht lachen dürfen. Geschenkt: Erntedank erklärt sich fast von allein. Bei Weihnachten sieht es aber schon wieder schlechter aus. Spielt aber alles eigentlich keine große Rolle, oder? Wichtig ist allein: Wir haben frei. Tschüss, adé, auf Wiedersehen, bis Morgen oder doch erst nächste Woche. Denn im Idealfall fällt der Feiertag noch auf einen Freitag oder Montag.

Freie Tage sind wie Gürkchen auf Cheeseburgern

Freie Tage unter der Woche sind in Ordnung. Man nimmt sie, wenn man sie kriegt. Genau wie bei sauren Gürkchen auf einem Cheeseburger, 50-Cent-Wertbons nach dem Geschäft auf der Autobahntoilette oder einer Scheibe Lyoner, die man als kleiner Stöpsel beim Metzger bekam – die guten alten Zeiten eben. Wer besonders raffiniert ist, klebt einfach einen Brückentag dazwischen.

Traditionen soll man nicht brechen

Feiertage sind zum Feiern da. Das allein sagt ja schon der Name. Und Traditionen soll man ja bekanntlich nicht brechen. Deshalb bin ich dafür, dass nicht mehr der Bund, die Länder oder gar die Kommunen Feiertage festelegen dürfen, denn: Wussten Sie eigentlich, dass Augsburg einen Feiertag für sich ganz allein deklariert? Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Ursprünglich feierten die Protestanten damit das 1648 durch den Westfälischen Frieden eingeleitete Ende ihrer Unterdrückung während des Dreißigjährigen Krieges. Gääääähn. Und deshalb dürfen die bayerischen Schwaben einen Tag auf der faulen Haut liegen?

Eine persönliche Note

Nicht mit mir. Jeder von uns sollte einen Feiertag im Jahr, oder besser noch einen Feiertag im Monat, selbst bestimmen dürfen. Eine kleine Auswahl an persönlichen Feiertagen gefällig? Denkbar wäre der Basketball-Kreisliga-Meisterschafts-Tag, an dem mir der entscheidender Korb gelungen ist oder der Tag an dem ich meine erste Carrera-Bahn geschenkt bekommen habe. Endlich wüsste jeder, warum es am Feiertag wirklich Grund zum Feiern gibt.