Die Stadtmusik St. Georgen braucht ab dem nächsten Jahr einen neuen Dirigenten. Bei der Hauptversammlung kündigte Stadtmusikdirektor Jürgen Frommherz an, 2017 in den Ruhestand zu gehen.

Wenn Jürgen Frommherz nächstes Frühjahr den Taktstock aus der Hand legt, dann hat er das St. Georgener Blasorchester 30 Jahre lang geleitet. Er ist schon jetzt der am längsten amtierende Dirigent in der mehr als 140-jährigen Geschichte der Stadtmusik. 1987 trat er die Nachfolge von Wolfgang Petzold an, der ab 1967 die Stadtmusik 20 Jahre lang leitete.

Frommherz wünschte eine gute Hand bei der Nachfolgersuche. Es sei ihm ein großes Anliegen, dass das musikalische Ergebnis, das das Orchester bei den Konzerten und Konzertreisen präsentierte, aufrechterhalten bleibt. Bis sich der Dirigent musikalisch verabschieden wird, hat er in diesem Jahr noch einiges vor: So plant er unter anderem ein Kirchenkonzert, es soll auch eine kleine Konzertreise stattfinden. Das Festkonzert am dritten Advent soll gleichzeitig das Abschiedskonzert werden. „Mit Überraschung“, wie er ankündigte.

Musikalisch hat sich die Stadtmusik im vergangenen Jahr bei zahlreichen Auftritten präsentiert. Der Vize-Vorsitzende Patrick Hilpert erinnerte unter anderem an das Stadtfest, an den Weihnachtsmarkt und an ein Konzert im Lorenzhaus am Volkstrauertag. Selbstredend ist das Festkonzert im Advent der musikalische Höhepunkt, auf den sich nicht nur die Musiker, sondern auch die treuen Besucher freuen. Zudem spielte die Stadtmusik im vergangenen Jahr bei gleich drei hochkarätigen Hochzeiten von Mitgliedern, zwei Mal bei der diamantenen und einmal sogar bei einer eisernen Hochzeit.

Auch an der Fasnet sorgte die Stadtmusik für Stimmung. Nicht nur beim Umzug am Fastnachtsmontag, sondern auch am schmotzigen Donnerstag, wenn die Musiker im Nachthemd von Kneipe zu Kneipe ziehen. Der Vorsitzende Holger Soult sprach die gute Zusammenarbeit mit der Narrenzunft an, die die Stadtmusiker beim Festkonzert bei der Bewirtung unterstützt.

Bürgermeister Michael Rieger ist stolz auf die Stadtmusik. „Wir sind froh, dass wir die Stadtmusik haben, ihr tragt den Namen unserer Stadt überall hin im In- und Ausland.“ Rieger sicherte zu, gemeinsam mit dem Vorstand die Nachfolgeregelung für das Amt des Dirigenten zu unterstützen.

Viel Lob gab es auch von Hansjörg Kammerer vom Blasmusikverband Schwarzwald-Baar. Bei der Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft bezeichnete er die Jubilare Claus Reuter, Claudius Bauknecht, Guido Santalucia und Thomas Kieninger als „Vollblutmusiker und Bausteine für den Erfolg des Vereins.“ Erfolgreiche Vereinsarbeit brauche ehrenamtlich engagierte Mitglieder, die mit Arbeit, Fleiß und Idealismus auch Vorbilder für die junge Generation seien. „Sie haben dazu beigetragen, dass die Stadtmusik in der Bevölkerung und im Blasmusikverband ein hohes Ansehen genießt.“


Das Orchester

Die Stadtmusik besteht derzeit aus 199 Mitgliedern, davon sind 35 Musiker im Hauptorchester, zwölf Jungmusiker im Jugendensemble und 30 Musikschüler inklusive Früherziehung. Der Rest sind Fördermitglieder. Wie Kassierer Erik Goedhuis sagte, ist die Entwicklung im Schülerbereich rückläufig. Bei den Wahlen gab es eine Veränderung. Aline Frommherz löst Jochen Kayser als Notenwart ab. In ihren jeweiligen Ämtern bestätigt wurden Vizevorsitzender Patrick Hilpert, zweite Kassiererin Regina Weisser (für ein Jahr), zweiter Schriftführer Guido Santalucia, Pressewartin Lisa Reuter, Jugendwart Malte Laabs, Passivenvertreter Herbert Reuter und Kassenprüfer Simon Gronau. (spr)