Manfred Lamp schiebt einen Einkaufswagen voller Bücher zum Bücherregal im Obergeschoss des Edeka-Marktes, seine Frau Erika sortiert sie ein – nach dem bewährten Prinzip. Wie sie es schon die letzten fünf Jahre immer wieder gemacht haben. Es ist ihnen anzumerken, dass sie ihre Aufgabe mit viel Herzblut und Begeisterung ausüben. Jetzt, wo sie die Verantwortung abgeben, soll das Bücherregal noch einmal aufgefüllt werden. Künftig wird sich Anita Kienzler um das Regal kümmern. Aus gesundheitlichen Gründen will das Ehepaar die Verantwortung abgeben.

Hinter dem Bücherregal, bei dem sich Interessierte ein Buch nehmen und es später, wenn es gelesen ist, wieder zurückstellen können, steckt viel Arbeit. "Wir hatten zeitweise 3000 Bücher zu Hause", sagt Erika Lamp. Und die eigene Büchersammlung sei da noch gar nicht mitgezählt. Allerdings ist das mit dem Zurücklegen so eine Sache. Manfred Lamp erinnert sich an eine Krimi-Sammlung, die er gekauft hatte, um die Krimi-Abteilung aufzufüllen. Kurz darauf war die komplette Sammlung verschwunden. "Seitdem haben wir kein Krimi-Regal mehr", sagt Erika Lamp. Denn die seien oftmals nicht zurückgebracht worden. "Diejenigen müssen jetzt zumindest suchen", sagt sie.

Anita Kienzler freut sich indes auf ihre neue Aufgabe: "Das Bücherregal liegt mir schon lange am Herzen", sagt sie. Es sei ihr wichtig, dass es auch in Zukunft ordentlich und gepflegt ist. Das Ehepaar Lamp kennt sie seit mittlerweile rund 40 Jahren. Als sie den Aufruf in der Zeitung gelesen habe, habe sie sofort die Initiative ergriffen und sich bei Erika Lamp gemeldet. Zwei weitere Interessenten habe es zudem gegeben, so Erika Lamp. Dass das öffentliche Bücherregal also fortgeführt wurde, stand außer Frage.

Bernd Rieger von der Bürgerstiftung St. Georgen bedankte sich für das geleistete Engagement des Ehepaares. Die Stiftung unterstützt das Projekt auch finanziell. Kultur und Kunst seien wichtige Bausteine. Deshalb unterstützt die Bürgerstiftung das Projekt. Auch weil es von Bürgern kommt und für Bürger gedacht ist.