St. Georgen – Klassisch, modern, traditionell und am Ende ein bisschen frivol, so präsentierte sich die Stadtmusik bei ihrem Festkonzert am dritten Advent. Zu seinem letzten Jahreskonzert als musikalischer Leiter der Stadtmusik ließ Dirigent Jürgen Frommherz wahrhaftig die Puppen tanzen.

Das Konzertprogramm stand unter den persönlichen Eindrücken des Musikers. Musik, mit der Frommherz persönliche Erinnerungen an sein Berufsleben verband. So stand die Apalachen-Ouvertüre für einen USA-Aufenthalt als junger Musikstudent in den USA, eine musikalische Verbeugung an Santana stand für eine Reise mit dem Jugendorchester in die italienische Partnerstadt Scandale.

Als Erinnerung an seine Konzertreisen mit der Stadtmusik in die USA, wo das Orchester in den 190er Jahren an einem German-Fest teilnahm und die dortigen Fans deutscher Musik mit herzhafter Marschmusik unterhielt, ließ Frommherz einen elsässischen Marsch und eine flotte Polka aufleben. Mit Melodien aus dem Musical Hair erinnerte Frommherz an die Hippie-Bewegung Ende der 1960er Jahre. Der musikalische Nachwuchs präsentierte sich mit zwei Stücken.

In den vergangenen Jahren war die Stadtmusik mehrfach zu Gast in Paris. Bei einem mehrtägigen Weinfest am Montmartre durften die St. Georgener Blasmusiker als einziges deutsches Orchester die Weinlese musikalisch mitgestalten. Als Erinnerung an diese Parisaufenthalte schwangen als große Überraschung bei der Zugabe vier Pariser Tänzerinnen die Beine und tanzten einen frivolen Can-Can. Das Moulin Rouge, der legendäre Nachtclub in Paris, ließ grüßen. Das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle konnte gar nicht genug bekommen von der tänzerischen Darbietung, so dass Orchester und Tänzerinnen gleich mehrere Zugaben spielen durften.

Stadtmusik-Vorsitzender Holger Soult sagte in seiner Rede, "Jürgen Frommherz hat die Stadtmusik zu dem gemacht, wie sie sich in den vergangenen 30 Jahren präsentiert hat." Er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. So habe der Dirigent nicht nur das Publikum mit seinen musikalischen Gästen immer wieder überrascht. Auch die Musiker seien vor der einen oder anderen Überraschung nicht gefeit gewesen. Soult erinnerte an ein Konzert vor einigen Jahren, "an dem Jürgen einen Sänger engagierte und uns einen Tag vor dem Konzert noch die Noten für ein völlig neues Stück vorlegte."

Und auch zu seinem letzten Festkonzert hatte Frommherz eine weitere Überraschung parat. Am Ende verabschiedete er sich persönlich von jedem Besucher und überreichte jedem eine CD mit den Melodien aus dem Konzert.

Abschied im April

Wenngleich er zum letzten Mal das Festkonzert dirigierte, so bleibt Jürgen Frommherz noch einige Monate an der musikalischen Spitze der Stadtmusik St. Georgen. So wird er das Orchester auch beim Neujahrsempfang dirigieren. Das Abschiedskonzert mit der symbolischen Übergabe an seinen Nachfolger wird im April stattfinden. (spr)