Ende Juni wird St. Georgen zum Zentrum für Rettungsorganisationen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beim Virtual Fires Congress werden Referenten die Vertreter von Schutz- und Sicherheitsorganisationen über die neuesten Anwendungsmöglichkeiten für das virtuelle und digital erweiterte reale Training in Gefahrensituationen informieren.

Impulse für ganz Deutschland

Martin Zimmermann, Geschäftsführer des Virtual Dimension Centers St. Georgen, das diese Fachtagung zum 14. Mal ausrichtet, freut sich auf die zweitägige Veranstaltung, „an der viele Entscheider von Dachorganisationen aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz und aus Österreich teilnehmen“. Wie er sagt, werden „vom Fires Congress in St. Georgen aus Impulse an die ganze Bundesrepublik ausgehen“.

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Im Fokus des Virtual Fires Congress steht die Reduzierung von Reaktionszeiten im digitalen Zeitalter. Die Digitalisierung hat in der Arbeit der Rettungsorganisationen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser, Technisches Hilfswerk (THW), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG und andere Organisationen längst Einzug gehalten. In den Impulsvorträgen gehen die Referenten darauf ein, wie mit digitaler Unterstützung der Leitstellendisponenten die Zeit beispielsweise bei Großschadensereignissen von der ersten Alarmierung bis zu ersten, zielgerichteten Rettungsmaßnahmen erheblich verkürzt werden kann. Auch Simulationen, etwa die Rettung von Fahrgästen nach einem Zugunglück mit Spezialwerkzeug, können die Teilnehmer direkt erleben.

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Den Hauptvortrag wird Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, halten. Thema seines Beitrags wird sein, wie die Digitalisierung dabei helfen kann, Personen- und Sachschäden signifikant zu reduzieren und durch gezielten Einsatz der Ressourcen deren Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Aschenbrenner ist auch ein Verfechter für die Einrichtung eines Zentrums für Digitalisierung im Feuerwehr- und Rettungswesen. Die Bildung eines grenzüberschreitenden Digitalpakts soll auch am Abend bei einer trinationalen Debatte mit deutschen, Schweizer und österreichischen Vertretern von Rettungsorganisationen erörtert werden.

Digitales Blaulicht

Vorgestellt wird beim Virtual Fires Congress auch das Projekt „Sirene“. Durch ein „digitales Blaulicht“ sollen Verkehrsteilnehmer künftig frühzeitig auf nahende Einsatzfahrzeuge aufmerksam gemacht werden, noch bevor diese optisch und akustisch wahrnehmbar sind. Dadurch sollen Autofahrer früher Rettungsgassen bilden und den Einsatzfahrzeugen so schneller den Weg zum Einsatzort freimachen.

Zu Besuch bei Skyguide

Ergänzt wird das hochwertige Vortragsprogramm durch praktische Beispiele. So werden Schüler der Robert-Gerwig-Schule die Initiative „Löwen retten Leben“ vorstellen. Dabei geht es darum, Schüler in der lebensrettenden Maßnahme Wiederbelebung bei plötzlichem Herzstillstand auszubilden. Schüler des Schulsanitätsdienstes werden auch ein praktisches Beispiel zeigen. An Tag zwei des Kongresses besuchen die Teilnehmer die Schweizer Flugsicherung Skyguide in Zürich und lernen unter anderem Systeme zur Sicherung des Luftraums in Zusammenhang mit Drohnen kennen.