Die Ursachenforschung nach dem Leck im Kinderbecken des St. Georgener Hallenbads scheint beendet. Nach monatelanger, intensiver Suche konnte jetzt mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden, dass die undichte Stelle im Bereich der Kinderrutsche infolge einer vergessenen Dichtmasse besteht. Derzeit laufen die Reparaturarbeiten.

Langsam, aber unaufhörlich

Stadtbaumeister Alexander Tröndle erklärt, wie es zu der undichten Stelle kommen konnte. "Die Abdichtmasse besteht aus zwei Komponenten, einem Kunststoff und einem Härter. Dies ergibt eine hohe, wasserundurchlässige Haftverbindung." Während diese Arbeiten an den neuralgischen Stellen wie Abläufen ordnungsgemäß ausgeführt wurden, ist offenbar im Bereich der Rutsche eine weitere Spezialabdichtung mit Epoxitharz und Sand vergessen worden. Dies sei bei der Dichtigkeitsprüfung zur Inbetriebnahme des Bades vor fast genau zwei Jahren nicht sofort aufgefallen. Aufgrund der Faktoren Zeit, minimalen Spannungen durch Temperatur und der hohen Luftfeuchtigkeit kam es aber nun zu Haftbrüchen. Das Wasser sickerte langsam, aber unaufhörlich hinter die Dichtungsbahnen und den Estrich in die darunter liegende Ebene. "Es hat wohl an die zwei Jahre, seitdem das Bad in Betrieb ist, gedauert bis das Wasser dann in der unteren Ebene ausgetreten ist", so Tröndle.

Das könnte Sie auch interessieren

Der dadurch entstandene Schaden ist immens. Aufgrund der anhaltenden Durchfeuchtung durch das mit Chlor versetzte Wasser wurde der Estrich stark in Mitleidenschaft gezogen und muss ausgetauscht werden. "Flicken reicht hier nicht mehr, es muss alles neu gemacht werden", beschreibt Tröndle die große Sanierungsmaßnahme.

Anfang September wurde festgestellt, dass das Kinderplanschbecken undicht ist. Eine aufwändige Suche nach der Ursache blieb zunächst erfolglos. Sowohl die Rohrleitungen als auch die Fugen waren dicht. Dennoch kam es im Untergeschoss zu massiven Wassereinflüssen, das Wasser floss sogar in den Elektroverteiler und löste einen Kurzschluss aus.

Ein Blick hinter den Staubschutzvorhang, der das Kinderplanschbecken vom übrigen Hallenbadbereich abtrennt. Der neue Estrich ist bereits gelegt, ob das Becken wirklich dicht ist, zeigt sich erst nach einer einwöchigen Wassereinstauphase. Bilder: Roland Sprich
Ein Blick hinter den Staubschutzvorhang, der das Kinderplanschbecken vom übrigen Hallenbadbereich abtrennt. Der neue Estrich ist bereits gelegt, ob das Becken wirklich dicht ist, zeigt sich erst nach einer einwöchigen Wassereinstauphase. Bilder: Roland Sprich | Bild: Sprich, Roland

Ob jetzt tatsächlich die Ursache für das undichte Kinderbecken gefunden ist, wird sich allerdings erst zeigen, wenn das Kinderbecken nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen auf Dichtigkeit geprüft wird. Dazu wird das Wasser für eine Woche in das Becken eingestaut.

Die Stadt hat für die Sanierung zwar keine direkten Kosten zu tragen, da der Schaden innerhalb der vierjährigen Gewährleistungsfrist aufgetreten ist. Ein wirtschaftlicher Schaden entsteht der Stadt dennoch. Da das Kinderbecken seit mehreren Wochen nicht genutzt werden kann, fehlen der Stadt Einnahmen, weil insbesondere Familien mit Kindern das St. Georgener Hallenbad derzeit nicht besuchen. In welcher Form die Stadt hier Regressansprüche stellen wird, ist derzeit offen.