Weihnachten ist für viele Kinder das schönste Fest des Jahres. Bereits Mitte Oktober können manche Sprösslinge das Weihnachtsfest kaum noch abwarten. Doch nicht alle Kinder in Europa können sich am heiligen Abend auch über Geschenke freuen. Um sozial benachteiligten Kindern zwischen zwei und 14 Jahren eine Freude zu machen, ruft der Verein "Geschenke der Hoffnung" wieder zur Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" auf.

Solvejg Trautwein, Organisatorin der Aktion in St. Georgen, stellt seit 14 Jahren ihr Gewächshaus als Lager für die Spenden der St. Georgener zur Verfügung, bevor die Geschenke in Versandkartons in ein Zwischenlager geschickt werden. In diesem kommen alle Spenden aus Deutschland zusammen. Im vergangenen Jahr sind bei der Weihnachtsaktion 1528 Geschenke in der Region gesammelt worden. "Für manche Kinder war es das einzige und erste Geschenk in ihrem Leben", sagt die Organisatorin. Aufgrund der geografischen Nähe, werden die Päckchen aus dem deutschsprachigen Raum vorwiegend in Osteuropa verteilt: "Wir versuchen logistisch so zu arbeiten, dass möglichst kurze Transportwege zu bewältigen sind. Deswegen werden die Schuhkartons an Kinder in Polen, Bulgarien oder Serbien verteilt", erklärt Trautwein.

"Weihnachten im Schuhkarton" ist Teil der weltweit größten Geschenkaktion für Kinder in Not, "Operation Christmas Child". Gemeinsam mit örtlichen Behörden und anderen sozialen Institutionen werden jährlich neu Kinder ausgewählt, die oft im Rahmen einer Weihnachtsfeier ihr Geschenk erhalten: "Die Geschenke sind als Zeichen der Nächstenliebe für benachteiligte Kinder gedacht", sagt Solvejg Trautwein. Der Verein Geschenke der Hoffnung will den Sprösslingen jedoch nicht nur eine Weihnachtsfreude bereiten, sondern Unterstützungsarbeit leisten: "Wir wollen vor Ort Aufbauarbeit leisten und die Gemeinschaft fördern", erklärt Trautwein. Die ehrenamtlichen Partner vor Ort kümmern sich auch nach der Verteilung der Geschenke um die Kinder und bieten beispielsweise Essensausgaben und Hausaufgabenhilfe an. Außerdem haben die Sprösslinge die Möglichkeit, am Kurs "Die größte Reise" teilzunehmen, der dazu einlädt, die Liebe Gottes näher kennenzulernen. Hier können die Kinder kreativ werden, Freunde finden und einfach Kind sein. Durch die Begleitung entdecken sie ihr Potenzial und beginnen ihr Umfeld positiv zu prägen.

Jedes Jahr packen Menschen im deutschsprachigen Raum zu Weihnachten etwa eine halbe Million Schuhkartons. "Wenn man sieht, wie sehr sich die Kinder über diese Geschenke freuen, da kriegt man Tränen in die Augen", betont Solvejg Trautwein. Mit einem Päckchen erhalten Kinder die Möglichkeit, die Weihnachtsbotschaft für sich zu entdecken. Bis zum 15. November können Schuhkartons in der Gärtnerei Trautwein oder im Hotel Kammerer abgegeben werden.

So werden die Schuhkartons richtig gepackt

Bei Geschenken für Kinder dreht sich der erste Gedanke vieler Erwachsener um Spielzeug. Falls sie die Geschenkeaktion "Weihnachten im Schuhkarton" mit einer Spende unterstützen möchten, sollten sie jedoch lieber eine Mischung aus verschiedenen Hilfsutensilien zusammenstellen

 

Das kann problemlos eingepackt werden: Empfohlen wird eine bunte Mischung aus Kleidung (Mütze, Schal, Socken), Hygieneartikel (Zahnbürste, Kamm, Handcreme), Spielzeug (Auto, Ball, Puppe, UNO, Kuscheltier), Süßigkeiten (Vollmilchschokolade) und Schulsachen (A5-Hefte, Bunt-/Bleistifte, Spitzer). Der Schuhkarton sollte mit Geschenkpapier dekoriert werden. Auch ein persönlicher Gruß und/oder ein Foto vom Spender dürfen nicht fehlen. Dieser kann entscheiden, wen er beschenken möchte und ein entsprechendes Etikett auf den Deckel kleben. Pro Paket sollten acht Euro bereit gehalten und bis zum 15. November bei der Gärtnerei Trautwein oder im Hotel Kammerer abgegeben werden.

Das gehört nicht in den Schuhkarton: Gebrauchte und kaputte Gegenstände jeder Art (insbesondere Kleidung). Auch Seife, Flüssigkeiten, Seifenblasen und Medikamente sind verboten. Um Kinder nicht zu verletzen, sollten keine spitzen Gegenstände oder angstauslösende Dinge (wie Kriegsspielzeug) beigelegt werden. Besonders bei verderblichen Lebensmitteln ist dringend darauf zu achten, dass diese mindestens bis zum März des Folgejahres haltbar sind. Auf Schokolade mit stückigen Füllungen sollte verzichtet werden. Auch Gummibärchen oder ähnliche Süßigkeiten, die Geliermittel enthalten, sollten nicht in den Schuhkarton eingepackt werden (lsc).

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