Paris ist eine Reise wert. Das weiß auch die Stadtmusik St. Georgen und reist in unregelmäßigen Abständen in die französische Hauptstadt, um dort an einem Weinfest teilzunehmen. Dieses Mal lernten die Stadtmusiker ganz nebenbei auch die Pariser Unterwelt kennen. Gruselfaktor inklusive.

Nach dem Umzug gab die Stadtmusik im Rathaus ihre musikalische Visitenkarte ab.
Nach dem Umzug gab die Stadtmusik im Rathaus ihre musikalische Visitenkarte ab. | Bild: Sprich, Roland

Die Franzosen nutzen jede Gelegenheit zum Feiern. So verwundert es nicht, dass auch die Pariser Weinernte regelrecht zelebriert wird. Wenngleich die Weingärten der Großstadt, die auf dem Montmartre-Hügel im Schatten der berühmte Basilika Sacrè Coeur liegen, nur knapp einen Hektar messen und der Ertrag daraus überschaubar ist, sind die Bürger dort stolz auf ihren Wein.

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Dies bringen sie mit einem dreitägigen Weinfest zum Ausdruck. Deren Höhepunkt ist ein mehrstündiger Umzug durch Montmartre, an dem zahlreiche Formationen unterschiedlicher Couleur teilnehmen. Die Teilnahme der Stadtmusik ist hierbei in mehrerlei Hinsicht mindestens ebenso eine Rarität wie der gehuldigte Rebensaft. Einerseits, weil die Musiker aus dem Schwarzwald eine der wenigen Kapellen sind, die einen blasmusikalischen Beitrag leisten. Zudem ist die Stadtmusik jeweils der einzige deutsche Vertreter und repräsentiert somit nicht nur den Schwarzwald und Baden-Württemberg, sondern steht stellvertretend für ganz Deutschland.

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Entsprechend honorierten dies die Tausenden Zuschauer an den Straßenrändern, die ihrer Freude über die traditionelle Marschmusik mit Applaus und „Bravo“-Rufen“ Ausdruck verliehen. Zudem waren die Musiker ein heiß begehrtes Fotomotiv.

Für Simon Gronau vom Vorstandsteam war die inzwischen fünfte Einladung der Organisatoren eine erneute große Ehre. „Die Ursprünge führen auf Kontakte unseres früheren Dirigenten Jürgen Frommherz zurück“, so Gronau. Auch Dirigentennachfolger Slavomir Moleta, war begeistert. „Es war sehr beeindruckend, wie wir von den französischen Gastgebern und den Zuschauern aufgenommen wurden. Die Stadtmusik hat sich in hervorragender Weise präsentiert“, sagte der Dirigent.

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Neben den musikalischen Verpflichtungen blieb den Musikern noch ausreichend Zeit, die Stadt zu erkunden. Ganz oben auf der Liste stand natürlich der Besuch des Eiffelturms bei Nacht. Die Teilnehmer konnten sich dem Anblick des 324 Meter hohen Wahrzeichens von Paris nicht entziehen, der goldgelb leuchtete und zu jeder vollen Stunde blinkte und glitzerte.

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Ein Teil der Reisegruppe stieg zudem in die Pariser Katakomben ab. Dort, rund 30 Meter unter der Erde, sind die sterblichen Überreste von mehr als sechs Millionen Einwohnern der Stadt fein säuberlich aufgeschichtet. Das Pariser Beinhaus entstand ab dem 19. Jahrhundert, als die Friedhöfe einerseits der wachsenden Stadt weichen mussten. Außerdem stand die Stadt vor einem Hygieneproblem. In einem Teil eines unterirdischen Steinbruchs, in dem Gips und Ton abgebaut wurden, um damit Gebäude wie die Kathedrale Notre Dame zu bauen, wurden die Gebeine bestattet. Heute locken die Katakomben jährlich Hunderttausende Fans des morbiden Charmes an.

Hurra, wir sind in Paris, scheinen die Stadtmusiker zu rufen, die an einer dreitägigen Konzertreise in die französische Hauptstadt ihre Instrumente in die Höhe strecken.
Hurra, wir sind in Paris, scheinen die Stadtmusiker zu rufen, die an einer dreitägigen Konzertreise in die französische Hauptstadt ihre Instrumente in die Höhe strecken. | Bild: Sprich, Roland

Slavomir Moleta ließ bereits anklingen, dass diese Konzertreise nach Paris vermutlich nicht die letzte gewesen ist. „Ich würde diese Reise gerne mit der Stadtmusik irgendwann wiederholen“, sagte er begeistert, als sich die Musiker auf den Rückweg machten.

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