Sie ist mal Studentin, mal Psychologin oder auch alleinerziehende Mutter. Und am liebsten ist sie lustig. Susanne Dilger ist Laienschauspielerin und schlüpft gerne in andere Rollen. Aktuell probt sie für ein Theaterstück, das demnächst in Hornberg aufgeführt wird.

Freude am Schauspielern hat Susanne Dilger bereits seit ihrer Kindheit. „Ich habe schon in der Schule Theater gespielt“, sagte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. So richtig auf die Theaterbühne zog es sie 2016 mit dem Stück „Frau Müller muss weg“, das im Theater im Deutschen Haus aufgeführt wurde. Seither schlüpfte Susanne Dilger bei verschiedenen Produktionen in unterschiedliche Rollen. „Es ist wahnsinnig spannend, einen Charakter darzustellen und jemanden zu spielen, der so gar nichts mit einem persönlich zu tun hat“, formuliert sie, was für sie den Reiz am Theaterspielen ausmacht.

„Es ist nicht planbar, wo die Zuschauer lachen“

Am liebsten spielt Susanne Dilger in Komödien mit. „Mit Komödien erreicht man die Menschen“, sagt die 46-Jährige. Allerdings ist es nicht einfach, die Menschen zum Lachen zu bringen. „Es soll lustig sein, aber man muss so spielen, dass es nicht lächerlich wirkt.“ Gerade, wenn ein Stück mehrmals aufgeführt wird, stellt sie fest, dass das Publikum immer an anderen Stellen lacht. „Es ist nicht planbar, wo die Zuschauer lachen.“

Susanne Dilger aus St. Georgen schlüpft als Laienschauspielerin gerne in unterschiedliche Rollen.
Susanne Dilger aus St. Georgen schlüpft als Laienschauspielerin gerne in unterschiedliche Rollen. | Bild: Sprich, Roland

Wenn sich Susanne Dilger auf eine neue Rolle vorberietet, macht sie eines vor allem nicht. „Ich schaue mir vorab nie andere Aufführungen an oder, wie bei ‚Frau Müller muss weg‘, die Fernsehfassung.“ So will sie ihre eigene Persönlichkeit in die Rolle einbringen und läuft nicht Gefahr, abzukupfern. Auf eine bestimmte Rollenfigur ist Susanne Dilger nicht festgelegt. „Ich habe schon eine Studentin gespielt, eine alleinerziehende Mutter, eine Ärztin und eine Psychologin“, zählt sie auf.

Tourismus im Beruf, Schauspiel in der Freizeit

Aktuell studiert die Laiendarstellerin ein Stück ein, das in wenigen Tagen in der Stadthalle in Hornberg gezeigt wird. Inklusive umgeschnalltem Babybauch. „Tussipark“ handelt von vier ungleichen Frauen, die an einem Samstagabend in einem Parkhaus aufeinander treffen und feststellen, dass sie trotz aller Unterschiede ein Problem haben – ihre Männer. „Das ist ein bisschen wie Sex and the City“, verrät Susanne Dilger geheimnisvoll, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Je näher die Premiere eines Stückes rückt, umso intensiver wird die Probenarbeit.

Das ist auch der Grund, weshalb Susanne Dilger maximal zwei Produktionen im Jahr schafft. „Ich hab ja auch Familie und bin berufstätig“, so die Touristikkaufrau. Mit dem Lampenfieber hat sie nach eigenen Aussagen kein Problem. „Das kommt bei mir erst kurz bevor es losgeht. Aber ich bin dann eher innerlich nervös. Wenn ich dann aber spiele, ist die Nervosität ganz schnell vorbei.“ Und wenn man mal den Text vergisst? „Dann improvisiert man. Die Zuschauer kennen den Text ja nicht.“

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Gibt es eine Rolle, in die sie gerne einmal schlüpfen würde? „Ich würde sehr gerne mal eine richtig Naive spielen. Oder einen total zerrissenen Charakter“, braucht sie nicht lange zu überlegen. Generell würde sie auch gerne mal eine ernste Rolle spielen. „Nur vor einem Klassiker wie ‚Romeo und Julia‘ hätte ich großen Respekt.“

Tussipark

Das Theaterstück Tussipark ist eine Karaoke-Komödie von Christian Kühn. Die Premiere am 25. Oktober in der Stadthalle in Hornberg ist bereits ausverkauft. Karten gibt es für die Aufführungen am 26. Oktober sowie am 2. (jeweils 20 Uhr) und 3. November (18 Uhr) zum Preis von 11 Euro (Jugendliche 9 Euro) gibt es bei der Tourist Info in St. Georgen im Rathaus und in den Reisebüros Bühler in Schramberg und Triberg.