Der Gasthof Großbauer-Linde, der geografisch zu Brigach gehört, hat eine jahrhundertelange Geschichte. Historische Aufzeichnungen belegen, dass der ursprüngliche Schwarzwaldhof um 1767 auf dem Fundament eines vermutlich 500 Jahre älteren Gebäudes erstellt wurde. Der Name leitet sich offensichtlich von einem damals reichen Großbauern ab, der laut Inventarverzeichnis sehr vermögend gewesen war. 1846 wurden ein Christian Weißer und ab 1856 ein Mathias Weißer als Wirte einer Personalschankwirtschaft erwähnt.

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Anfang des 20. Jahrhunderts standen sowohl der Hof als auch das Gasthaus „Linde“ zum Verkauf. Nachdem kein Käufer gefunden wurde, erwarb die Stadtgemeinde St. Georgen das Anwesen. Ab 1925 pachtete Sebastian Baur Hof und Wirtschaft. Ab 1940 ging das Anwesen in den Besitz der Familie Baur über, in deren Besitz sich das Anwesen bis heute befindet.

1966 brennt das Gebäude nieder

1966 brennt Gebäude vollständig nieder: Fast auf den Tag genau vor 53 Jahren, am 5. Juni 1966, brannte die historische Bauernwirtschaft durch Blitzschlag komplett nieder. Es entstand ein Schaden von 300 000 Mark. Mit dem Hof wurde damals auch eine alte Rauchküche ein Raub der Flammen, in dem die Schwarzwälder Speckseiten zum Reifen an der Decke hingen. Zwei Jahre später wurde das Gasthaus wieder aufgebaut. Aus Sicherheitsgründen wurde der Ökonomieteil getrennt vom Hof erstellt.

Fünf Jahre Dornröschenschlaf

Prominente Gäste schätzen Schwarzwälder Vesper: Wie aus Unterlagen hervorgeht, schätzte auch der Arzt und Philosoph Albert Schweitzer den Gasthof. Während seiner Aufenthalte in Königsfeld besuchte er mehrfach das Gasthaus und ließ sich ein Schwarzwälder Vesper schmecken. 1988 kam das Anwesen bei einer Zwangsversteigerung unter den Hammer, konnte jedoch von den damaligen Besitzern wieder zurückersteigert werden. Nach einigen Pächterwechseln in den 1980er bis in die 2000er Jahre war das Gasthaus zuletzt seit 2014 Jahre geschlossen.