Mathias Rohrer und Klaus Lachner stehen an der Breg in Furtwangen und blicken den Bachlauf hinunter. Der Quellfluss der Donau ist nach dem trockenen Sommer immer noch wenig mehr als ein Rinnsal, an vielen Stellen ist er nur knöcheltief. Kaum zu glauben, dass sich hier auch größere Forellen tummeln sollen. Aber Mathias Rohrer ist sich sicher: "Hier gibt es auf jeden Fall Fische im Bach."

Schwer zu beziffernder Schaden

Diese Fische sind es, die zu dem Treffen geführt haben. Rohrer ist Mitglied im Angelverein Furtwangen. Lachner ist der Vorsitzende des St. Georgener Angelvereins und auch im Landesfischereiverband tätig. Beide beklagen ein Problem, das oft unsichtbar und dessen Schaden nur schwer zu beziffern ist: die Wilderei an den Gewässern in der Region. Dass es Menschen gibt, die den Forellen ohne Angelschein nachstellen, daran bestehe kein Zweifel. Die Angelvereine würden zwar kontrollieren. Ein flächendeckender Überblick sei allerdings unmöglich. Immer wieder finden die Angler alte Leinen im Fluss.

Klaus Lachner, der Vorsitzende des St. Georgener Angelvereins und Mathias Rohrer vom Angelverein Furtwangen beobachten das Treiben in der Breg in Furtwangen. Die beiden Hobbyangler fordern, dass verstärkt gegen Wildfischerei in den Gewässern der Region vorgegangen wird. Wilderei ist nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat.
Klaus Lachner, der Vorsitzende des St. Georgener Angelvereins und Mathias Rohrer vom Angelverein Furtwangen beobachten das Treiben in der Breg in Furtwangen. Die beiden Hobbyangler fordern, dass verstärkt gegen Wildfischerei in den Gewässern der Region vorgegangen wird. Wilderei ist nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. | Bild: Rodgers, Kevin

"Wilderei ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat und im Grunde auch ein Diebstahl", erklärt Klaus Lachner. Er hat erst kürzlich einen Wildangler erwischt, dem eine Geldstrafe von 150 Euro aufgebrummt wurde. Lachner fordert unterdessen von der Justiz ein härteres Durchgreifen. Bisher werden viele Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. Dabei entsteht den Vereinen, die die Gewässer bewirtschaften, ein realer Schaden, auch mit Blick auf die aufwändige Arbeit, sich um den Fischbesatz zu kümmern. Außerdem hätten die wenigsten Laien Ahnung vom korrekten Umgang mit den Tieren, so Lachner.

Bevölkerung soll achtsam sein

Die Angler wünschen sich, dass auch die Bevölkerung ein verstärktes Auge darauf hat, was sich an den Ufern der Gewässer tut. "Jeder Hobbyangler ist im Zweifel sogar froh, wenn er auf seine Erlaubnis angesprochen wird", erklärt Klaus Lachner. Verdächtige Aktivitäten sollten umgehend der Polizei gemeldet werden. Denn zumindest in den nächsten Monaten sind die schwarzen Schafe leicht erkennbar: Über den Winter haben die meisten Fische Schonzeit, das Angeln ist ohnehin verboten.

Die Seeterrassen am Klosterweiher sind auch für die Angler eine willkommene Plattform. Allerdings ist das Angeln nur mit Schein erlaubt.
Die Seeterrassen am Klosterweiher sind auch für die Angler eine willkommene Plattform. Allerdings ist das Angeln nur mit Schein erlaubt. | Bild: Sprich, Roland

So erwerben Sie einen Angelschein

Die Fischereiprüfung ist die Voraussetzung, um angeln gehen zu können. Über die lokalen Angelvereine bietet der Landesfischereiverband entsprechende Lehrgänge an. Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde, Fischereirecht, Naturschutz, Fangtechniken und die Verwertung der gefangenen Fische steht unter anderem auf der Tagesordnung. Die Ausbildung dauert 30 Stunden, danach wird eine Prüfung abgelegt. Landesweit gibt es etwa 150 000 Hobbyangler.

Gefischt werden darf unter Aufsicht eines Erwachsenen mit Angelschein ab dem 10. Lebensjahr mit einem sogenannten Jugendfischereischein, den die zuständige Gemeinde ausstellt. Ab dem 16. Lebensjahr kann dann ein eigener Angelschein erworben werden. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 400 Euro. Die Angelvereine weisen darauf hin, dass verdächtige Aktivitäten an Gewässern auch von der Bevölkerung gemeldet werden können. Ansprechpartner hierfür ist die Polizei. Wer ohne Angelschein fischt, macht sich strafbar. Vereinsmitglieder können sich im Zweifel immer ausweisen und tun dies auch gerne, wenn sie darauf angesprochen werden.