„Von klein auf Großes tun“, das ist das Motto, das auf den T-Shirts der Schulsanitäter der Robert-Gerwig-Schule prangt. Seit 2005 gibt es die Initiative, die die Lehrerin Silke Schwinghammer mit angeregt hat. Ein Besuch in der Schule zeigt, was das Spannende an der Arbeit als Schulsanitäter ist.

„Damals hat man überlegt, wie man die Schüler mehr in den Schulalltag integrieren kann“, erzählt Silke Schwinghammer. Schließlich kamen sie dann auf die Idee für die Schulsanitäter. „Die Schulsanitäter entlasten Lehrer sehr, denn wenn wir Pausenaufsicht haben, verletzt es unsere Aufsichtspflicht, wenn wir weg müssten, um Verletzten zu helfen“, sagt sie.

Die Schulsanitäter der Robert-Gerwig-Schule, helfen wo sie können.
Die Schulsanitäter der Robert-Gerwig-Schule, helfen wo sie können. | Bild: Lea Spormann

Um Schulsanitäter zu werden, muss man in der siebten Klasse sein, denn dort gibt es drei Tage einen Erste-Hilfe-Kurs, bei dem die Schüler erste Techniken lernen. Wer dann merkt, dass ihm die Arbeit Spaß macht, kann sich für das Team der Schulsanitäter anmelden. „Am Anfang sind die Jüngeren dann ein halbes Jahr auf Probe und laufen bei den Älteren mit“, erklärt Silke Schwinghammer.

Die Schüler arbeiten in Zweier-Gruppen und müssen an zwei Tagen die Woche Pausen beaufsichtigen. „Unsere Hauptaufgabe besteht dann meistens darin, die Schüler in den Sanitätsraum zu bringen und ihnen ein Pflaster oder Kühlpacks zu geben“, sagt der 14 Jahre alte Salvatore Tallarico.

Wichtig ist, dass die Schulsanitäter sich bewusst sind, dass sie Verantwortung tragen und sie eine Bindung zu Schülern entwickeln. „Ich muss mich in ernsten Situationen auf die Schüler verlassen können“, sagt Silke Schwinghammer. Es gab auch bereits einige ernste Situationen.

„Für mich war sehr eindrucksvoll, als ein Schüler sich einmal den Daumen aufgeschnitten hat. Die Schulsanitäter haben dann einen Druckverband angelegt und den Krankenwagen gerufen“, sagt sie.

Ab und zu wird die Arbeit der Schulsanitäter auch mal ausgenutzt. „Wenn Schüler mit kleinen Kratzern zu uns kommen, die wir nicht sehen können, können wir natürlich auch nicht viel machen“, sagt Silke Schwinghammer. Manche Schüler werden dann auch wieder in die Klasse geschickt, da sie merken, dass sie nur schwänzen wollen.

Natürlich gibt es dann auch öfter Fortbildungen für die Ersthelfer. „Wir gehen auch einmal im Jahr drei Tage auf eine Hütte beziehungsweise in ein Trainingslager, um das Wissen aufzufrischen“, sagt Schwinghammer.

Bild: Lea Spormann

Pro Tag erleben die Sanitäter zwei bis sechs Einsätze. Das zeigt, wie hilfreich die Schüler sind und wie wichtig die Aufgabe ist. „Wichtig ist, dass die Schüler das freiwillig machen, sie verpassen dadurch nämlich auch Unterricht, den sie nachholen müssen“, sagt Silke Schwinghammer.

Sie glaubt, dass die Arbeit auch vorallem dazu beitragen kann, St. Georgen sicherer zu machen. „Die Schüler können die Techniken ja auch auf der Straße anwenden, wenn etwas passiert. Ich denke, dass der Sanitätsdienst ein Weg vom Gaffen zum Helfen sein kann“, sagt sie.

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