Nach mehr als 30 Jahren kommunalpolitischem Engagement ist Schluss. Wenn am 26. Mai die Kommunalwahlen stattfinden, steht Wilhelm Müller nicht mehr auf der Kandidatenliste. Seit 1985 saß er ohne Unterbrechung im Langenschiltacher Ortschaftsrat. Seit 1994 war er dort Ortsvorsteher. Seit 1999 war Müller auch Mitglied im Gemeinderat.

Ein großer Wunsch ging nicht in Erfüllung

Wenn Wilhelm Müller in knapp fünf Wochen das Kapitel Kommunalpolitik für sich beendet, wird ein großer Wunsch in all den Jahren nicht in Erfüllung gegangen sein. "Das Schiltachhaus haben wir bis heute nicht bekommen. Und es ist angesichts der bevorstehenden Aufgaben der Stadt in weite Ferne gerückt", sagt er. Er sagt es ohne Groll. Viele andere Dinge wurden dafür in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten, in denen er Ortsvorsteher war, erfolgreich auf den Weg gebracht.

Kanalanschluss war eine der ersten Aufgaben

Der Kanalanschluss des Ortsteils an die Kläranlage in Tennenbronn war eine der Aufgaben in seiner ersten Amtszeit. Auch aus heutiger Sicht sei der Anschluss nach Tennenbronn die sinnvollste von drei Alternativen gewesen. "Ein Neubau einer Kläranlage hätte ebenso wenig Sinn gemacht wie das Abwasser über den Berg in die Kläranlage nach Peterzell zu pumpen." Auch der Kanalbau beschäftigte Ortschaftsrat und Bürger in den 1990er Jahren. Heute ist außer dem Bereich Hutneck ganz Langenschiltach an die Kanalisation angeschlossen. "Auch das Wegezusammenlegungsverfahren war eine wichtige Sache", bilanziert Wilhelm Müller.

Gesamtgemeinde immer im Blick

Als CDU-Mitglied im Gemeinderat hatte Wilhelm Müller "immer die Gesamtgemeinde im Auge. Ich habe mitgetragen, was nötig war." Die Zustimmung zur Hallenbadsanierung war eines der größten Projekte der jüngeren Vergangenheit. Bei der Sanierung des Roten Löwen habe er seine Zustimmung verweigert. "Weil die Tiefgaragensanierung dringender nötig wäre."

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Gremium in jüngere Hände geben

Es ist keine Politikverdrossenheit, die Wilhelm Müller dazu bewogen hat, nicht mehr für den Gemeinderat zu kandidieren. "Ich gehe aus Altersgründen. In ein paar Tagen werde ich 70 Jahre", sagt er. Es sei an der Zeit, die Verantwortung für den Ortsteil und die Stadt in ein neues Gremium und in jüngere Hände zu geben, die neue Ideen entwickeln können.

Politische Entwicklung weiter beobachten

So, wie er es mit seinem landwirtschaftlichen Anwesen, dem Hiesemicheleshof, den er bereits vor einigen Jahren an seinen Sohn übergeben hat. Er werde die politische Entwicklung der Gemeinde beobachten. "Aber ich werde mich raushalten, so wie sich auch mein Amtsvorgänger Otto Fleig rausgehalten hat." Seinem Nachfolger wünscht Müller "ein glückliches Händchen und ich hoffe, dass Langenschiltach auch im nächsten Gemeinderat mit einem Mitglied vertreten ist.

"Die schönen Zeiten haben überwogen."

Wenn Wilhelm Müller, der künftig mehr Zeit mit Ehefrau Karolina verbringen will, die ihn in den vergangenen Jahrzehnten seines kommunalpolitischen Wirkens tatkräftig unterstützt hat, zurückblickt, fasst er die Zeit knapp zusammen. "Es gab schöne und weniger schöne Zeiten. Die schönen Zeiten haben überwogen."