Dass sich eine vermeintliche Enttäuschung letztlich als Glücksfall erweisen kann und wie man mit der richtigen Strategie ein Ziel erreicht, ist derzeit im Theater im Deutschen Haus zu erleben. Die Eigenproduktion „Der gestiefelte Kater“ feierte am ersten Advent Premiere vor vollbesetzten Theaterstühlen.

Das Premierenpublikum ist begeistert von der Inszenierung.
Das Premierenpublikum ist begeistert von der Inszenierung.

Der Inhalt des Märchens dürfte jedem aus Kindheitstagen bekannt sein. Ein Müller, der seinem jüngsten Sohn lediglich einen sprechenden Kater vermacht, während die beiden anderen Söhne Mühle und Esel erben, mit denen sie ihr Einkommen sichern können, ist der Ausgangspunkt der bekannten Geschichte. In heutiger Zeit würde man den Kater als ausgebufften Unternehmens- und Marketingberater bezeichnen, der seinem Kunden, in diesem Fall dem jungen Hans, sowohl zu unternehmerischem Wohlstand als auch zum privaten Glück verhilft. Denn dank seiner Strategien füllt sich nicht nur der Goldspeicher seines Herrn, sondern dieser erhält auch die Königstochter zur Frau.

Die Kinderherzen erobert

Das Premierenpublikum war gefesselt von der Geschichte vom schlauen Kater, in der Premierenaufführung gespielt von Louis Struss, der seinem armen Herrn Hans (Jonathan Haas) zur Seite steht und selbst einen Zauberer überlistet. Das Theaterensemble inszeniert das Märchen unter der Regie von Johanna Zelano äußerst liebevoll. Die Kostüme wurden teilweise extra für das Stück geschneidert, die Darsteller füllten ihre Rollen mit großer Spielfreude und starker Präsenz aus. So nimmt man der gelangweilten Königin (Ela Schulte) ihren Heißhunger auf Rebhühner ab. Und Louis Struss als cleverer Kater erobert die Kinderherzen ohnehin im Nu.

Mit zwei Ensembles

Ein Novum bei der diesjährigen Theaterproduktion ist, dass das Märchen mit zwei kompletten Ensembles einstudiert wurde. Dadurch kann „Der gestiefelte Kater“ an acht Spieltagen aufgeführt werden. Verbindende Worte zwischen den Szenen sprach Doro Staiger.