Was haben ein Einfamilienhaus, ein Kindergarten und ein Obdachlosenheim im Breisgau, ein Gemeindehaus am Kaiserstuhl und der EGT-Neubau in St. Georgen gemeinsam? Alle Objekte werden nahezu ausschließlich aus dem Rohstoff Holz gebaut. Wie vielfältig der Baustoff dabei eingesetzt wurde, davon überzeugten sich Mitglieder der Initiativen Pro-Holz Schwarzwald und Holzbau Schwarzwald bei einer Exkursion.

Runder Grundriss und auskragende Obergeschosse

Die rund 30 Teilnehmer, Vertreter der Zimmerer-Innung des Schwarzwald-Baar-Kreises, Architekten und Planer, bekamen einen fundierten Einblick in die unterschiedlichen Holzbauprojekte. Das erste Objekt führte die Gruppe nach St. Georgen. Das vierstöckige EGT-Gebäude an der Bundesstraße wird ab dem ersten Obergeschoss als Holzmassivbau erstellt. Die Besonderheiten dabei sind der runde Grundriss und die Auskragung der oberen Geschosse.

580 Kubikmeter Holz verwendet

Architekt Reiner Ketterer aus Königsfeld veranschaulichte am Gebäude und mit Plänen den Aufbau und die Verbindung der Bauteile. Für die Konstruktion wurden rund 580 Kubikmeter Holz und etwa 27,5 Tonnen Stahl zur Tragwerksunterstützung (Stahlträger, Stützen) verwendet.

Naturnaher Innenausbau

Auch im Innenausbau wurde auf die Verwendung naturnaher Baustoffe geachtet wie beispielsweise teilweise sichtbare Massivholzwände, Holz-Akustikdecken und massives Holzparkett.

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Im Zusammenhang mit der Besichtigung machte Christian Lehmann, Energieberater und Planer für nachhaltige Holzbauarchitektur aus Peterzell, auf die Holzbau-Initiativen Pro-Holz Schwarzwald und Holzbau Schwarzwald aufmerksam. Letzteres ist ein Zusammenschluss der Holzbaubetriebe im Schwarzwald-Baar-Kreis, die sich für das Bauen mit heimischem Holz aussprechen.

Große Vorteile beim Einsparen von Treibhausgasen

Bei der Vorstellung einer Holzbauinitiative des Landes Baden-Württemberg verwies Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf die Bedeutung von Holz als Baustoff für den Klimaschutz hin. „Beton, Zement und Stahl verursachen jede Menge CO². Ein Kubikmeter Holz dagegen speichert fast eine Tonne CO2.“