Am Sonntag, 21. Juli, wird beim Freizeitheim Weißloch gleich doppelt gefeiert. Für Organisatoren und Besucher des traditionellen Weißlochfestes, zu dem die evangelische Kirchengemeinde St. Georgen-Tennenbronn ab 10 Uhr einlädt, ist das diesjährige Fest etwas Besonderes. Zum einen gibt es das beliebte Freizeitheim in Langenschiltach seit 70 Jahren. Und genau zehn Jahre sind vergangen, seit das Freizeitheim nach einem verheerenden Unglück wieder aufgebaut wurde.

Das Freizeitheim Weißloch nach dem Unglück 2006. Das kleine Häuschen ist zur Seite gekippt, weil durch die Gasexplosion eine Seitenwand eingestürzt ist. 22 Personen, Mütter und Kinder, wurden damals zum Teil schwer verletzt.
Das Freizeitheim Weißloch nach dem Unglück 2006. Das kleine Häuschen ist zur Seite gekippt, weil durch die Gasexplosion eine Seitenwand eingestürzt ist. 22 Personen, Mütter und Kinder, wurden damals zum Teil schwer verletzt.

Für Herbert Jäckle ist eine der wichtigsten und schönsten Nachrichten, die er im Zusammenhang mit der Geschichte des Weißlochs verkünden kann, dass es den Verunglückten von damals heute allen wieder gut geht“. Den 30. September 2006 wird Herbert Jäckle in seinem Leben nicht mehr vergessen. An diesem Tag wurde die Idylle des Freizeitheims im wahrsten Sinne aus den Angeln gehoben. Das Freizeitheim wurde durch eine gewaltige Explosion vollkommen zerstört. 22 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Freizeitheim aufhielten, wurden teilweise schwer verletzt. Es waren alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern, die in der Idylle des Schwarzwalds Erholung suchten – und nun einen Albtraum erleben mussten. Wie die Ermittler damals schnell feststellen, war eine defekte Gasleitung Schuld an dem Unglück.

Ein Bild des Schreckens

Jäckle selbst erfuhr von einem Nachbarbauern des Weißlochs von dem Unglück. „Ich bin dann sofort losgefahren.“ Was er sah, ließ ihn erschaudern. Rund 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk THW und Notfallnachsorgedienst waren im Einsatz. Das kleine Häuschen lag zur Seite geneigt, die Explosion hatte eine Wand herausgerissen.

Kampf um den Wiederaufbau

Dass das Weißloch heute wieder an derselben Stelle steht, ist vor allem dem Engagement von Herbert Jäckle zu verdanken, der um den Wiederaufbau kämpfte. Mit der Summe aus der Versicherungsleistung, eigenen Rücklagen der Kirchengemeinde und einer großzügigen Spende des inzwischen verstorbenen Unternehmers Georg Papst konnte das Haus neu errichtet werden. Bereits zwei Jahre nach dem Unglück konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Im September 2009 übernachteten die ersten Gäste im „neuen“ Weißloch.

Fast zu 100 Prozent ausgelastet

Das neue Weißloch mit seinen 34 Betten hat bei rund 5000 Übernachtungsgästen jährlich eine Auslastung von nahezu 100 Prozent. „Mehr geht nicht“, sagt Jäckle.