Seit mittlerweile 40 Jahren gibt es das Ökumenische Zentrum auf der Seebauernhöhe. Und damit auch die Zusammenarbeit zwischen der evangelischen und der katholischen Gemeinde in der Bergstadt. Ein System, das im Jahr 1978 noch recht neu war. „Bei der Gründung nahm das Zentrum damit schon eine Vorreiterrolle ein“, sagt Thomas Eisele, katholischer Pfarrgemeinderatsvorsitzender.

In Zeiten sinkender Kirchengänger hingegen sieht Pfarrerin Lisa Interschick die Zukunft in der Ökumene: „Es ist erstaunlich, dass vor 40 Jahren schon so zukunftsdenkend gehandelt wurde“, sagt sie. „Heutzutage denken schon mehr Gemeinden in diese Richtung.“ Trotzdem ist das Ökumenische Zentrum im Kirchenbezirk bis heute einzigartig. Grund genug, um am Sonntag, 17. Juni, mit dem Gemeindefest das 40-jährige Bestehen zu feiern.

Kurzer Rückblick

Trotz der langjährigen Geschichte nimmt der Rückblick nur einen kleinen Teil des Programms ein: „Wir verzichten bewusst auf viele Grußworte“, sagt Pastoralreferent Benedikt Müller. „Wir wollen nicht hören, sondern miteinander ins Gespräch kommen.“

Dennoch werden zum Fest noch einmal fleißig Erinnerungen herausgekramt – von Bürgern wie aus dem Pfarrbüro. „Für viele ist es natürlich immer wieder schön, auf unsere Anfänge zurückzuschauen“, sagt Müller. 

Gemeindefest für Familien

Das Programm richtet sich dabei ganz an Familien: Das Gemeindefest startet um 10.30 Uhr mit einem Ökumenischen Familiengottesdienst. Dieser wird bei gutem Wetter draußen stattfinden. „Das ist immer etwas Schönes“, sagt Interschick. Neben dem Auftritt des Kinderchors St. Georgen um 14 Uhr ist zeitgleich der Kinderzirkus aus Schwenningen zu Gast. „Mit dem Zirkus wollen wir am Nachmittag nochmal einen Höhepunkt bieten“, sagt Müller. Der CVJM veranstaltet eine Spielstraße, es gibt Musik vom evangelischen Posaunenchor und dem katholischen Kirchenchor. 

„Das Wichtigste an dem Tag ist das Zusammenkommen“, sagt Interschick. Seit Beginn des Jahres hat der Koordinationsausschuss der Ökumenischen Gemeinde das Programm geplant. Für die Umsetzung werden derzeit noch Unterstützer benötigt. „Vom Würstchenbraten bis zum Bierzapfen geht es nun darum, Helfer zu gewinnen“, sagt Müller.

Veranstaltungen sollen Besucher locken

Dem Gemeindefest folgen eine Reihe weiterer Veranstaltungen, die das Jahr des 40-jährigen Bestehens vollenden sollen. Darunter ein Jubiläumstanzfest am Freitag, 6. Juli, sowie ein Vortrag zum Thema „Ökumene“ von Theologin Johanna Rahner am Donnerstag, 18. Oktober. „Wir haben uns bemüht, auch im weiteren Jahr Akzente zu setzen“, sagt Müller.

Mit den Veranstaltungen hoffen die Verantwortlichen auch auf mehr Besucher. Der Seniorennachmittag verliere seit einiger Zeit an Besuchern. „Der Wunsch nach mehr Leuten ist natürlich da“, sagt Müller. „Wir wollen das Gemeindezentrum den Menschen noch mehr als offenes Haus ins Bewusstsein rücken.“

Gemeinsamkeiten als Antrieb

Mit dem Gemeindefest werden vier Jahrzehnte Ökumenische Geschichte in St. Georgen gefeiert. „Das Fest zeigt ja auch, dass die Zusammenarbeit funktioniert“, sagt Kirchengemeinderatsvorsitzender Oliver Porsch. Dass diese funktionieren kann und auch künftig weitergehen soll, da sind sich alle Beteiligten einig. „Es gibt doch mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Konfessionen“, sagt Interschick. „Hier teilen wir uns den Raum und glauben zusammen.“

Thomas Eisele betont die Wichtigkeit des Zentrums für die gemeinsame Arbeit: „Wenn es das Zentrum nicht geben würde, wäre die Ökumenische Arbeit untergegangen.“ Es sei ein Ort, an dem sich beide Seiten festhalten und neue Ideen entwickeln könnten. „Die ökumenische Bewegung hat schon immer davon gelebt, dass man vor Ort geschaut hat, was man tun kann“, sagt Müller. Und das wollen die Beteiligten – evangelisch wie katholisch – auch weiter tun.