Wo eigentlich Kinder vergnügt im Wasser planschen und spielen sollten, herrscht seit Monaten gähnende Leere: Das Kinderbecken im St. Georgener Hallenbad ist seit Anfang September vergangenen Jahres unbenutzbar – und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Das Becken ist immer noch undicht, die Verantwortlichen suchen nach wie vor intensiv nach dem Leck.

Dabei schien die Suche im November zunächst beendet zu sein, nachdem festgestellt wurde, dass die undichte Stelle wegen einer vergessenen Dichtmasse im Bereich der Kinderrutsche entstanden war. Dies war bei der Dichtigkeitsprüfung zur Inbetriebnahme des Bades nach der umfassenden Sanierung im Jahr 2016 nicht sofort aufgefallen. Da das Wasser an dieser Stelle langsam, aber unaufhörlich hinter die Dichtungsbahnen und den Estrich in die darunter liegende Ebene gesickert war, wurde der gesamte Bereich noch einmal erneuert.

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Suche nach weiteren undichten Stellen ist kompliziert

"Wie sich aber leider herausgestellt hat, war das Leck an der Rutsche nicht das einzige Problem", sagt Stadtbaumeister Alexander Tröndle auf SÜDKURIER-Anfrage. Man habe festgestellt, dass es weitere Lecks geben muss, da auch noch nach Abschluss der Reparaturarbeiten an der Rutsche Wasser ins Untergeschoss eindrang. "Die Suche nach den undichten Stellen gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen", so Tröndle, "denn das Leck ist ja nicht zwangsläufig genau an dem Ort, an dem im Stockwerk darunter das Wasser austritt." Das mache es so schwierig, die Undichtigkeit zu lokalisieren.

An der Stelle, an der die rote Manschette angebracht ist, sickerte Wasser ins Untergeschoss des Hallenbades. Das Rohr verläuft direkt unterhalb und parallel zur Decke eines Raumes, der direkt unter dem Kinderbecken liegt.
An der Stelle, an der die rote Manschette angebracht ist, sickerte Wasser ins Untergeschoss des Hallenbades. Das Rohr verläuft direkt unterhalb und parallel zur Decke eines Raumes, der direkt unter dem Kinderbecken liegt. | Bild: Svenja Graf

Ein Blick hinter den Staubschutzvorhang, der das Kinderplanschbecken derzeit vom übrigen Hallenbadbereich abtrennt, zeigt: Es ist noch jede Menge zu tun. "Hier wurde alles abgetragen", erklärt Peter Schlenker vom Hochbauamt und deutet auf den kahlen, dunklen Boden, aus dem lediglich die Abflüsse hervorragen. Das Becken wurde mittlerweile bereits zum dritten Mal abgedichtet. "Das, was hier jetzt verbaut wurde, ist sozusagen der Daimler unter den Dichtungen – qualitativ hochwertig und nicht billig", sagt Schlenker.

Dauer der weiteren Arbeiten ist noch unklar

Ob das Problem damit nun behoben ist, könne man allerdings noch nicht sagen. Am kommenden Dienstag soll Wasser ins Becken gelassen werden, dann beginnt eine zweiwöchige Einstauphase. "In den 14 Tagen müssen wir warten und genau beobachten, was passiert", erklärt Peter Schlenker. Sollte eine anschließende Dichtigkeitsprüfung zeigen, dass es keine Lecks mehr gibt, können die Fliesenlegearbeiten beginnen. Auch diese werden allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen, erklärt der Experte vom Hochbauamt, denn durch die Form des Beckens und die vielen Anschlüsse und Abflüsse sei es eine komplizierte Arbeit. "Zu mutmaßen, wann das Kinderplanschbecken wieder voll einsatzbereit ist, wäre zum jetzigen Zeitpunkt also Kaffeesatzleserei", so Schlenker.

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Das bestätigt auch Alexander Tröndle. "Wir versuchen, den Fehler schnell zu finden und zu beheben", erklärt er, "aber einen konkreten Zeitplan gibt es unter den gegebenen Umständen natürlich nicht." Das liege auch daran, dass das Planungsbüro, das schon 2016 in die Sanierung eingebunden war, in die Vorgänge einbezogen wird. "Da muss viel koordiniert werden."