Das Cymbal, im Volksmund auch Hackbrett genannt, ist ein Saiteninstrument, das in Ungarn sehr verbreitet ist. Hier in Deutschland hat die Volksmusik dieses Instrumentes für sich entdeckt. Wer allerdings glaubt, nur volkstümliche Töne seien auf diesem Instrument spielbar, der irrt.

Musikalische Vielfalt bietet das Ensemble Cymbaleia mit dem Konzert im Musiksaal der Jugendmusikschule. Im Bild von links Michael Boch Zither, Marion Borho Kontrabass, Silvia Grüneis Hackbrett, Franziska Hausberger Hackbrett, Beate Weißer Flöte und Andreas Hausberger am Cajon. Bild: Werner Müller
Musikalische Vielfalt bietet das Ensemble Cymbaleia mit dem Konzert im Musiksaal der Jugendmusikschule. Im Bild von links Michael Boch Zither, Marion Borho Kontrabass, Silvia Grüneis Hackbrett, Franziska Hausberger Hackbrett, Beate Weißer Flöte und Andreas Hausberger am Cajon. | Bild: Werner Mueller

Einmal mehr beweisen die Mitglieder von Cymbaleia, dass so gut wie alle Musikrichtungen zum Instrument passen. Cymbaleia sind Beate Weißer, Silvia Grüneis, Franziska und Andreas Hausberger, Marion Borho und Michael Boch. Das Sextett findet großen Gefallen am Zither-, Hackbrett-, Gitarren-, Zupf- und Streichbass Spiel, rhythmisch unterstützt durch dezentes Perkussionsspiel.

Zart und impulsiv

Gekonnt hält Beate Weißer die musikalischen Fäden in der Hand. Mehrfach kann sich das Publikum davon überzeugen, wie sie das Rollenspiel der Instrumentalisten erfolgreich umsetzt. Beate Weißer ist auch ständig auf der Suche nach geeigneten Musikstücken, die in dieser Besetzung einen neuen Ausdruck erhalten. Mit dem traditionellen „El Humahuaqueno“ aus Argentinien zeigt das Ensemble, dass das von einer Straßenbahnfahrt inspirierte Stück mit starkem Rhythmus daherkommt. Das Instrument ist von Natur aus auch für zarte Klänge bekannt. Doch es kann durchaus impulsiv werden.

Marsch als Überraschung

Ein überaus umfangreicher Klangfarbenteppich wurde mit „Arabian Dances“ geknüpft. Da kamen ein Regenrohr, Rasseln und selbst das Blöken eines Schafes zum Einsatz. Die orientalische Stimmung wurde mit streng koordiniertem Händeklatschen verstärkt. Die Bongos unterstützten das Geschehen dezent. Die Spielfreude des Ensembles kam mehrfach zum Vorschein. An drei Hackbrettern wurde die Melodieläufe schwungvoll zum Ausdruck gebracht.

Wie der Radetzkymarsch klingt, wurde zur Überraschung: mal Walzer, mal Swing, mal klassisch, das kam beim Publikum an. Und trotz der musikalischen Umkehr des Originals hatte die Komposition einen unterhaltsamen Aspekt. Vom Marsch war wenig zu spüren. Das war beste Unterhaltung. Die Zugabe war vorweihnachtlich mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.