Eine fantastische und gleichzeitig historische Geschichte für Kinder – so bezeichnet Christine Rösch-Isak ihr erstes Buch "Das verschwundene Kloster". Es handelt von drei Schülern, die die Geschichte des Klosters in St. Georgen erleben. Zwei Jahre hat sie an ihrem knapp hundert Seiten langen Buch gearbeitet. Die Mühen haben sich gelohnt: Mit ihrem Werk erfüllte sich die zugezogene St. Georgenerin einen Lebenstraum.

Tochter bringt Autorin auf Idee

Christine Rösch-Isak wollte schon immer ein Buch schreiben. Lange fehlte ihr jedoch der konkrete Anlass. Als ihre Tochter dann auf dem Pausenhof der Robert-Gerwig-Schule einen halben Meter in den betonierten Boden einbrach, kam sie auf die Idee, daraus eine Geschichte zu machen, denn: Unterhalb des heutigen Schulgeländes befand sich zwischen den Jahren 1084 und 1633 das alte St. Georgener Kloster.

Schüler reisen in die Vergangeneheit

In der Geschichte unternehmen drei Schüler der Robert Gerwig-Schule ein Zeitreise durch einige Epochen in die Vergangenheit. Nachdem sie durch eine zerbrochene Bodenplatte auf dem Pausenhof der Robert-Gerwig-Schule in ein tiefes Loch stürzen, finden sie sich im alten Kloster von St. Georgen wieder und lernen dort das Leben der Mönche kennen. Wie haben die Novizen damals gelebt? Was hat es mit den alten Kutten auf sich, die alle dort tragen? Was haben die Mönche gegessen und wie sah es damals in St. Georgen überhaupt aus? Diese und viele andere Fragen werden in "Das verschwundene Kloster" von Christine Rösch-Isak beantwortet. Wie die Kinder wieder in die Gegenwart zurückkommen, wollte die Buchautorin nicht verraten.

Nur ihre Schüler wissen bislang, wie die Geschichte endet. Die Buchautorin ist hauptberuflich Religionslehrerin an der Robert-Gerwig-Schule, nahm ihre Entwürfe oft mit in die Schule und brachte den Kindern die St. Georgener Klostergeschichte damit spielerisch näher: "Im Lehrplan steht, dass wir das Kloster durchnehmen müssen. Wir haben das Buch dann gelesen und es auf die Art gemacht", sagt Rösch-Isak mit einem verschmitzten Lächeln. Sie bekam dabei nicht nur fachkundige Rückmeldung, sondern auch viele gemalte Bilder ihrer Schüler, die sie dann in ihrem Buch, neben drögen Fotografien von Tafeln und verstaubten Madonnas, verwenden konnte.

Genehmigungen waren ein Problem

Doch auf dem Weg zum fertigen Buch, hatte es Rösch-Isak nciht immer so leicht. Während sie unzählige alte Bücher in Archiven durchforstete, oder ins Texten vertieft war, musste sie einige Steine aus dem Weg räumen. Ein Beispiel: Viele Fotografien, die sie in ihrem Buch verwendet, stammen aus Archiven der Stadtverwaltung St. Georgen. "Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich die Erlaubnis brauchte, die Bilder zu veröffentlichen", sagt Kienzler. Dafür musste sie die Stadt von ihrem Vorhaben überzeugen. Ohne ihre Freundin Lucia Kienzler wäre das nicht möglich gewesen. Sie arbeitet in der Stadtbibliothek und hat einen guten Draht zu den Verantwortlichen des Archivs. "Ich habe mich dafür eingesetzt, dass sie das Material verwenden darf", sagt Kienzler. Doch das nahm viel Zeit in Anspruch und brachte die Autorin ins Grübeln: "Ich habe mir währenddessen oft überlegt, ob ich auf die Bilder verzichten sollte." Sie übte sich in Geduld und ist heute froh, dass sie nicht aufegeben hat. Der Vordruck des Buches soll nächste Woche fertig werden. Sieben Tage später wird dann die Endversion gedruckt.

Verzicht auf Bucherkennung

Auf eine ISBN-Nummer, also eine internationale Standardbuchnummer, die zur eindeutigen Kennzeichnung von Büchern dient, hat Rösch-Isak verzichtet. "Mir wurde von erfahreneneren Autoren davon abgeraten", sagt sie. Wo ihr Buch erscheinen wird, ist bislang offen. Die Autorin sei mit der Buchhandlung Haas im Gespräch. Eine weitere Option könnte das Geschäft des Heimat- und Geschichtsvereins, Geschichtslädele, sein. "Das ist alles noch offen. Auf jeden Fall kann jeder Interessierte das Buch direkt bei mir kaufen", sagt Rösch-Isak.

Tipps für neue Autoren

Obwohl für die Religionslehrerin bislang kein zweites Buch auf dem Programm steht, weiß sie, welche Fehler sie in Zukunft nicht noch einmal wiederholen würde: "Ich werde mich um die rechtlichen Fragen früher kümmern. Da kannte ich mich nicht aus", gibt Rösch-Isak zu. Doch sie hat noch einen weiteren Tipp für alle, die vorhaben selbst einmal ein Buch zu schreiben: "Immer wieder fallen einem neue Wendungen und Drehungen in der Geschichte ein. Es ist irgendwann einfach wichtig einen Punkt zu setzen. Sonst wird man nie fertig."