Die Bergstadt hat ein gutes und erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht, steht aber kommunalpolitisch vor großen Herausforderungen. Die Größte, nach Ansicht des ersten Bürgermeister-Stellvertreters Joachim Kleiner: Die Zeit ohne Michael Rieger gut zu überbrücken. Und Michael Rieger sagt im Gespräch mit dem SÜDKURIER: "Mein Ziel ist es, im Frühjahr wieder zu arbeiten."

  • Bürgermeister auf Weg der Besserung: Zunächst war klar, dass der Bürgermeister mindestens bis Jahresende ausfallen wird. Die Behandlung wird sich aber auch ins neue Jahr ziehen, eine genaue Prognose ist nicht möglich, weil sie vom Verlauf der Behandlung abhängt. Michael Rieger, der an einer Blutkrankheit leidet, wird derzeit mit einer Chemo-Therapie behandelt. "Diese Therapie schlägt gut an", sagt Michael Rieger. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut. Er habe fest im Blick, im Frühjahr wieder arbeiten zu können. Über die Reaktionen der St. Georgener ist Michael Rieger sehr erfreut. "Ich habe eine ganze Kiste Post bekommen. Ich bin unheimlich dankbar über den Zuspruch aus der Bevölkerung." Rieger stehe trotz seiner Erkrankung in regen Austausch mit den Amtsleitern und Fraktionsvorsitzenden. "Ich bin nicht untätig", sagt er. Doch der schwerste Teil der Behandlung, mit einer stationären Therapie, liegt noch vor Michael Rieger.
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  • Viele Projekte laufen an: Neben der bereits genannten Herausforderung, die Zeit ohne den Bürgermeister zu überbrücken, sieht Joachim Kleiner vor allem einen finanziellen Kraftakt auf die Stadt zukommen. "Eine weitere Herausforderung ist, das Geld zusammenzuhalten, um nach Eingang der Förderbescheide schnellstens mit der dringend notwendigen Stadtkernsanierung beginnen zu können", sagt er. Denn der Schuldenstand sinkt zwar 2019 zunächst, wird dann aber in den folgenden Jahren stark ansteigen. "Dieser Tiefststand zeichnet dann allerdings auch den Wendepunkt desselben an, denn in den Folgejahren müssen für die Stadtsanierung in größerem Umfang Kredite aufgenommen werden. Dies dürfte aber kein Problem darstellen, da wir dafür ja Gegenwerte schaffen und uns keinen unnötigen Luxus von diesen Krediten leisten wollen", sagt er.
  • Veränderung am Marktplatz: Bereits im vergangenen Jahr gab es durch den Abriss des Torwartshäusles eine markante Veränderung in der Innenstadt. In diesem Jahr wird der Abriss des Gebäudes "Am Markt 1" folgen. "Im Haushaltsplan für 2019 ist bereits ein Betrag für den Abriss des Gebäudes "Am Markt 1" eingestellt, um die Möglichkeit zu schaffen, dann an dieser Stelle die neue Zufahrt zur Marktgarage zu bauen. Die Jetzige an der Gerwigstraße wird nach der Sanierung von Marktplatz und Tiefgaragen nicht mehr möglich sein", so Kleiner.
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  • Kosten für Roten Löwen klar: Bisher ist nicht klar, was die Sanierung des Roten Löwen kosten wird. Bereits im Januar soll aber eine Zahl auf dem Tisch liegen, anhand derer die Gemeinderäte entscheiden wollen, ob das Projekt tatsächlich realistisch ist. "Mir persönlich, aber auch Herrn Bürgermeister Rieger, liegt dieses Projekt besonders am Herzen", sagt Joachim Kleiner. Trotzdem weißt auch er darauf hin, dass die Kosten im Rahmen bleiben müssen.
  • Stadt ist gut aufgestellt:St. Georgen sei dynamisch und befinde sich in einer guten Entwicklung, befindet Joachim Kleiner. Er sagt: "Zudem ist St. Georgen ein wichtiger aufstrebender Industriestandort, weshalb wir auch hier nicht ruhen werden, um nach Möglichkeiten zur Erweiterung des Gewerbegebiets zu suchen. Ferner wollen und müssen wir nach der Stadtsanierung auch unsere Schulen weiter auf Vordermann bringen, was jedoch nicht bedeutet, dass bis dahin totaler Stillstand herrscht."
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  • Kleiner nimmt Abschied: Der Bürgermeister-Stellvertreter schaut auch auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr und wünscht sich, dass St. Georgen wieder einen engagierten Gemeinderat bekommt. Er selbst, der 2014 mit 5600 die meisten Stimmen bekam, will aber selbst Abschied nehmen: "Diesem Gremium werde ich dann allerdings nach dann 25 Jahren in der Kommunalpolitik nicht mehr angehören."