"Die Stadt steht gut da", fasste Bürgermeister Michael Rieger seine etwa 45-minütige Neujahrsrede zusammen. Er erörterte an Beispielen, warum das so ist und wie es bleiben soll. Das erste Kompliment ging an die heimische Wirtschaft. Unternehmen schaffen Werte, sichern Arbeitsplätze, bilden aus, sponsern Vereine, kurz: Sie hätten Vertrauen in Stadt und Verwaltung. Bei stabilen Steuereinnahmen könne man hoffen, dass sich vielerorts im Stadtgebiet sichtbarer Tatendrang und Dynamik fortsetzen werden. Im Sinne eines "guten Ortes für alle" sei das Geld sicher sehr gut angelegt, bemühte Rieger vielfach den Gemeinsinn der Bürger. Teilhabe setze Projekte frei. Diskussionen dürfen – wie etwa in Schulthemen – hitzig sein, doch letztlich müssen Offenheit, Respekt, Sachauffassung und das Festhalten an Beschlüssen das Regelwerk im Gemeinwesen bilden. "Nicht hintenrum und populistisch", dürfe es zugehen, betonte Rieger. Er wolle die Bürger mitnehmen, auch wenn die Stadt mal Nein sagen müsse. Ein Lob galt den vielen Bürgern, die sich in sozialen und kulturellen Einrichtungen und Rettungsdiensten engagieren. "Sie machen die Stadt freundlicher und heller."

Mit mehr als 400 Gästen ist in der Stadthalle beim Neujahrsempfang kein Stuhl frei. Die Besucher hören ein optimistisch unterlegte Rede des Bürgermeister. Dessen Botschaft heißt: "Die Stadt steht gut da."
Mit mehr als 400 Gästen ist in der Stadthalle beim Neujahrsempfang kein Stuhl frei. Die Besucher hören ein optimistisch unterlegte Rede des Bürgermeister. Dessen Botschaft heißt: "Die Stadt steht gut da." | Bild: Roland Sprich

Die Stadt durchlebe Veränderungen, die kleinen so wichtig wie die großen. Beim beherrschenden Thema Glasfaserausbau und beim Wohnprojekt Schönblick appellierte Rieger ans Mitmachen. Warum nicht in St. Georgen nach einer Immobilie suchen? Zahlen nannte er beim Thema Innenstadtsanierung. Sie sei eine Chance, wie sie wohl nur alle 50 Jahre genutzt werden könne. Sie werde aber auch 25 bis 30 Millionen Euro kosten, die in gleichen Teilen durch Stadt, Kredite und Fördermittel zu stemmen seien.

Zustimmung zu einem überwiegend positiven Ausblick, in dem Appelle nicht fehlen: Das Publikum in der Stadthalle ist bunt gemischt.
Zustimmung zu einem überwiegend positiven Ausblick, in dem Appelle nicht fehlen: Das Publikum in der Stadthalle ist bunt gemischt. | Bild: Roland Sprich

Sauer zeigte sich Rieger beim Thema Lückenschluss. Nochmals über die feststehende Priorisierung nachzudenken sei unverständlich. Falle im April eine andere Entscheidung wäre das eine Riesenenttäuschung sagte er auch in Richtung von Landrat Sven Hinterseh und der Landtagsabgeordneten Martina Braun. Ein wichtiger Mobilitätsschritt wäre auch der Ringzughalt in St. Georgen. Falsch sei es auf den Bedarf zu warten. Bestehe der Halbstundentakt, dann werde das Angebot angenommen.

 

Das siebte Mal

Seit 2012 richtet die Stadt St. Georgen in der Stadthalle den Neujahrsempfang aus. Gestern stand die siebte Veranstaltung an. Von 2001 bis 2011 war für diese Veranstaltung der CDU-Stadtverband zuständig. Über die Präsentation von Schunk und darüber, wie das Hotelprojekt der Familie Papst beim Publikum ankam, berichten wir später.