Kaum eine Jahreszeit eignet sich besser als der Herbst, um es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich zu machen und ein gutes Buch in die Hand zu nehmen. Unter den beinahe unendlich vielen Exemplaren das richtige zu finden, ist aber gar nicht so einfach. Einen Beitrag zur Orientierung können da die zweiten St. Georgener Literaturtage leisten, die im Oktober und November wieder stattfinden.

Autoren auch aus der Region

Dafür hat Lucia Kienzler, die Leiterin der Stadtbibliothek, ein „sehr persönlich geprägtes Programm“ zusammengestellt, wie sie sagt. „Wichtig war mir auch, dass immer einige Autoren aus der Region mit dabei sind.“ Diesmal etwa Tina Schlegel, deren Bücher Kienzler selbst gerne liest und die dafür bekannt ist, in ihren Bodensee-Krimis die Idylle der Ferienregion in ein düsteres Licht zu tauchen. Sie ist es auch, die am Sonntag, 13. Oktober, zum Auftakt der Literaturtage aus ihrem Buch „Gewittersee“ liest.

Auch der Villinger Autor Christof Weiglein wird der Einladung von Kienzler folgen und – musikalisch begleitet von Patrick Ziegler – sein Buch „Das Keltenritual“ vorstellen. „Seine Bücher sind mitunter ziemlich drastisch, da sterben die Leute gleich reihenweise“, erzählt Kienzler schmunzelnd. Das sei zwar nicht Jedermanns Sache, aber bei den Literaturtagen sollten die Leute gerade das herausfinden können: Ob ihnen ein Buch möglicherweise gefällt oder ob sie lieber die Finger davon lassen sollten.

Literaturkritikerin Karla Paul zu Gast

Dabei müssen sich die Besucher nicht alleine auf ihre eigene Einschätzung verlassen, sondern sie bekommen mit Literaturkritikerin Karla Paul professionelle Unterstützung zur Seite gestellt. „Sie war schon im vergangenen Jahr mit dabei und kam so gut an, dass wir sie auf vielfachen Wunsch wieder eingeladen haben“, sagt Kienzler. Im Theater im Deutschen Haus wird sie diesmal zum Abschluss 25 lesenswerte Bücher vorstellen und dabei auf unterhaltsame Weise ihre ganz persönliche Sicht auf die literarischen Werke bieten.

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Doch auch für ernsthafte Themen ist Platz bei den Literaturtagen. So wird etwa Martina Bergmann ihr Buch „Mein Leben mit Martha“ präsentieren. Darin schildert die Buchhändlerin und Autorin ihr Zusammenleben mit einer demenzkranken Frau und wie aus einer anfänglichen Zweckgemeinschaft eine tiefe Freundschaft wurde. „Das ist ein sehr bemerkenswertes Buch, weil Bergmann trotz des schwierigen Themas mit Humor an die Sache herangeht“, erklärt Lucia Kienzler.

Autoren persönlich kennenlernen

Neben den vielen Einblicken in die Welt der Literatur bieten die insgesamt acht Veranstaltungen auch die Möglichkeit, die Autoren zu treffen, wie Melanie Reinl, verantwortlich für Kultur und Veranstaltungen bei der Stadt St. Georgen, betont. „Wenn man ein Buch liest, ist es immer ganz schön, auch einmal die Person dahinter kennenzulernen und die Autoren persönlich zu erleben.“ Das, so ergänzt sie, sei wieder über die ganze Stadt verteilt möglich, denn die Veranstaltungen finden wahlweise im Phonomuseum, in der Stadtbibliothek, im Ökumenischen Zentrum oder im Theater im Deutschen Haus statt.