In seiner jüngsten Sitzung hat der Peterzeller Ortschaftsrat die Zustände auf den Baustellen zum Breitbandausbau scharf kritisiert. Anwohner würden nicht rechtzeitig informiert werden, die Qualität der Arbeiten sei mangelhaft und die Tatsache, dass den Beschäftigten auf den Baustellen kein Toilettenhäuschen zur Verfügung stünde, sei untragbar. In Folge dessen haben viele St. Georgener ihre Probleme geschildert.

Einer von ihnen ist der Peterzeller Marcel Lukic. Er wohnt in der Peterzeller Bärlochtalstraße und hat sich an den SÜDKURIER gewandt. Ihm erging es in dieser Woche so, wie offenbar vielen anderen Anwohnern auch. „Am Dienstag hatten wir einen Zettel im Briefkasten, dass in Kalenderwoche 24 mit den Arbeiten begonnen wird, und Mittwochmittag war die Straße offen“, sagt er über die Arbeiten, die für kommende Woche vorgesehen waren. Das sei ärgerlich, weil durch den Graben, der durch die Straße verlief, auch das Ein- und Ausfahren in die Garage für viele nicht möglich war. Der Graben sei mittlerweile provisorisch zugeschüttet, eine rechtzeitige Info hätte sich Marcel Lukic aber gewünscht.

„Wir versuchen immer, dass eine Frist von zwei Wochen eingehalten wird“, sagte Katrin Merklinger vom Zweckverband Breitbandversorgung, der Bauherr für die Bauarbeiten ist. Sie bestätigt aber den von Marcel Lukic geschilderten Fall, in dem man diese Frist nicht eingehalten habe. Das sei in diesem Fall leider so gelaufen. „Wir schaffen es nicht, bei allen 15-20 Baustellen vor Ort zu sein“, sagt sie weiter. Man habe die Bauaufsicht aus diesem Grund an ein Planungsbüro ausgelagert. Dieses habe man bereits kontaktiert, nachdem der Peterzeller Ortschaftsrat sich kritisch geäußert hatte.

Bei einem weiteren Problem, der Art und Weise der Bauarbeiten, wolle man die Priorität in den kommenden Wochen verstärkt auf den Ausbau der Oberflächen legen. „Der Ausbau wird hierfür verlangsamt“, sagt Katrin Merklinger. Heißt: Neue Gräben werden von den derzeit 46 Arbeitskräften auf den Baustellen in Peterzell erst dann ausgehoben, wenn andere wieder ordnungsgemäß verschlossen sind.

Besonders sauer aufgestoßen war den Ortschaftsräten auch der Umstand, dass offenbar viele der Bauarbeiter sich hinter Büschen und Garagen erleichtern, weil ihnen Toilettenhäuschen fehlen. Man habe auch dieses Thema angesprochen. „Das kann man nicht tolerieren, es gibt eigentlich genug Toilettenhäuschen auf den Baustellen“, so Katrin Merklinger. Sollte es damit weiter Probleme geben, sei auch denkbar, dass Bauarbeiter von den Baustellen verwiesen werden.